Aachen - Ein Erfolgsmodell zum Nachahmen: Projekt „miteinander lernen“

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Ein Erfolgsmodell zum Nachahmen: Projekt „miteinander lernen“

Von: Katrin Haas
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Erfolgreiches Bildungs-Projekt jetzt auch für Eltern: (v.l.) Jakleen Barakat (Teilnehmer), Habibe Huseeny (Teilnehmerin), Ezgi Güven (Lehrerin), Achmed Gafar (Teilnehmer) und Simon Blankenagel (Lehrer). Foto: Steindl

Aachen. Jafar Ahmand drückt jetzt gemeinsam mit seiner siebenjährigen Tochter die Schulbank. Normalerweise unterrichten im Zentrum für Familien 15 Lehramtsstudenten etwa 85 Kinder mit Migrationshintergrund in den Basisqualifikationen Deutsch, Mathe und Englisch. „Das ist keine Nachhilfe“, betont Karin Blankenagel, Leiterin des Zentrums für Familien der Evangelischen Familienbildungsstätte.

Die Kinder lernen in kleinen Gruppen grundlegende Fähigkeiten, wie ein Buch zu lesen, die Stadtbücherei zu besuchen und das Einmaleins. Jetzt gibt es dort ein neues Projekt, bei dem nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern die deutsche Sprache lernen. „Die Eltern sind sehr daran interessiert, sich weiterzubilden, auch damit sie ihre Kinder zuhause begleiten können“, sagt Blankenagel.

Fünf Elternteile lernen direkt mit ihren Kindern zusammen in der Gruppe, fünf Frauen bilden einen eigenständigen Kurs. „Die Eltern sind auf uns zugekommen“, erzählt die Leiterin. Das ursprüngliche Projekt „miteinander lernen“ hat Karin Blankenagel 2009 gemeinsam mit ihrem Sohn Simon entwickelt. Der studiert Mathe und Physik auf Lehramt an der RWTH und ihm fehlte die Praxiserfahrung im Studium. Er koordiniert nun die Studenten im Projekt gemeinsam mit der Studentin Ezgi Güven. „Ich habe gelernt, mit Eltern zu kommunizieren, die kein Deutsch können, Stress mit Lehrern zu schlichten und mich durchzusetzen“, sagt Simon Blankenagel.

Anahid Younessi unterstützt bei „miteinander lernen“ die Kommunikation mit den Eltern der Kinder. Sie ist Mitglied im Integrationsrat der Stadt Aachen und 1990 aus dem Iran nach Deutschland gezogen. Die Kinder der ersten bis 13. Jahrgangsstufe kommen jede Woche am Samstag zum Unterricht. „Die Kinder haben oft Angst vor der Schule, das ist hier nicht so“, erzählt Karin Blankenagel. Vielleicht auch, weil die Studenten wie ältere Geschwister sind – die sich aber ein bisschen besser durchsetzen können. Etwa 15.000 Euro benötigt das Projekt pro Jahr, davon wird der Lohn der Studenten bezahlt.

Doris Sandbrink ist die pädagogische Leiterin des Evangelischen Erwachsenenbildungswerkes Nordrhein (eeb) und Lehrbeauftragte an der Universität Duisburg-Essen. Das Bildungswerk unterstützt das Projekt: „Alle Kinder, die an dem Basisunterricht teilgenommen haben, sind nachweislich besser in der Schule. Das ist ein Erfolgsmodell zum Nachahmen.“ In Aachen-West, Alsdorf und Würselen wird das Projekt „miteinander lernen“ bereits ebenfalls angeboten.

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