Ein Elefant aus Bagdad als Geschenk für Kaiser Karl

Von: Nina Krüsmann
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Freuen sich, das neue Werk in den Händen zu halten: Thorsten Peters, Hubert Herpers, Monika Korbanek und Werner Pfeil. Foto: Ralf Roeger

Aachen. ,,Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nahm‘ ich meinen Stock und Hut und tät das Reisen wählen.“ Dieses schöne Zitat von Matthias Claudius bot den passenden Einstieg in einen kurzweiligen Abend der Sammlung Crous, an dem ein neues Buch vorgestellt wurde.

Es beginnt mit der sagenhaften Reise eines Elefanten als Geschenk für Kaiser Karl vom fernen Bagdad bis nach Aachen. Nicht nur der französische Pilger Philippe von Vigneulles und der spätere Papst Alexander VII. berichteten von ihrer Aachener Zeit, sondern auch so illustre Personen wie Albrecht Dürer, Wolfgang Amadeus Mozart oder Friedrich der Große, der italienische Weltenbummler Casanova, der deutsche Schriftsteller Heinrich Heine, oder gar der amerikanische Cowboy und Tourneeleiter Buffalo Bill. Diese großen Namen, die Aachen besuchten, sind nur einige Beispiele für „Aachener Reisen“.

Das gleichnamige neue Buch, herausgegeben im Rahmen der Schriftenreihe der stadthistorischen Sammlung, wurde jetzt traditionell mit einem Vortragsabend im S-Forum der Sparkasse Aachen vorgestellt.

„Im Zeitalter der globalen Vernetzungen ist Reisen zur Selbstverständlichkeit geworden. Noch nie sind, zumindest in Europa, so viele Menschen so oft in ihrem Leben gereist wie heute“, erläuterte AKV-Präsident Werner Pfeil einleitend.

Der Pauschalurlaub sei zur Regel geworden, im beruflichen Umfeld werde vielfach ein hohes Maß von Mobilität abverlangt, und die Möglichkeiten der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union würden bei wachsendem Bildungsgrad der Erwerbstätigen den Wohnortwechsel sogar über die Landesgrenzen hinweg erleichtern.

Marie Ludwig vom journalistisch-literarischen Projekt „stadt.land.text“ von Region Aachen-Zweckverband bot mit ausgewählten Texten einen unterhaltsamen Einstieg in die Reise-Thematik. In vier Monaten entdeckte sie auf Reisen unter anderem die Wildnis von Herzogenrath, unternahm eine Zeitreise auf den Spuren der alten Wollroute und pilgerte auf dem Jakobsweg von Düren nach Aachen.

Geschichtsprofessor Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, schlug einen großen Bogen durch die Kapitel des spannenden neuen Werks von insgesamt 28 Autoren. Pilgerfahrten, Königskongresse, Kavalierfahrten und Erholungskuren sind nur einige Gründe, weswegen über mehr als 1000 Jahre hinweg Besucher nach Aachen kamen.

Waren es im Mittelalter die Kaiserkrönungen und Heiligtumsfahrten, die die Menschen nach Aachen zogen, so kamen ab der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts junge Adlige und später auch Vertreter des Bürgertums hinzu, die auf den holprigen Straßen des frühneuzeitlichen Europas beschwerliche Reisen unternahmen, um die Welt kennenzulernen.

Diese Art des Reisens endete zu Beginn des 19. Jahrhundert, doch zu dieser Zeit war Aachen schon als Modebad und Kurstadt in ganz Europa bekannt. Wer Rang und Namen hatte, versuchte hier Erholung und Amüsement zu finden. Adel und Klerus, Musiker und Komponisten, Schriftsteller und Wissenschaftler kamen und berichteten in der ein oder anderen Form über das, was sie erlebten.

Die daraus entstandene Reiseliteratur in Form von Reiseberichten, Briefen aber auch Memoiren dient dem neuen Sammelband als Grundlage, um daraus zu erfahren, wie man Aachen erlebte, was den Reisenden hier erwartete und mit welchen Eindrücken die Stadt und die Region wieder verlassen wurden. In mehr als 30 Texten wird ein interessanter Überblick geboten.

Ab sofort erhältlich

Das Buch „Aachener Reisen“ kann im Centre Charlemagne, bei der Mayerschen Buchhandlung und beim Aachen Tourist Service erworben werden. Das Schriftwerk ist mit Unterstützung der Sparkassenstiftung, des LVR und des Reisebüros Reiseland sowie des Senats des Aachener Karnevalsvereins entstanden. Der Erwerb unterstützt die Sammlung Crous. Infos unter Telefon 0241/47031121 und www.sammlung-crous.de.

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