Ein einmaliges Klang-Experiment

Von: mas
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Aachen. Eine außergewöhnliche Idee, ein toller Ort und renommierte Künstler: So fasst Nina Mika-Helfmeier, Kulturreferentin der Städteregion, das zusammen, was am Sonntag, 8. September, in der Kirche St. Fronleichnam stattfinden soll. Ein Experiment, dessen Ausgang noch völlig ungewiss ist.

Die Jazzmusikerin Ulrike Haage, das Regie-Duo Christian Becker und Oliver Schwabe (field recordings) und der Künstler Peter Cezary Simon haben sich zusammengetan, um Bildfrequenzen und Musik in eine Art Dialog zu bringen. In der Musik- und Film-Performance stehen Japan und seine Angst vor Atomkatastrophen, also die Angst vor dem Unsichtbaren, im Mittelpunkt. Während Ulrike Haage am Flügel die japanischen Begriffe „ma“ (Pause, Abstand) und „mu“ (Stille, Leere) aufgreift, erforscht „field recordings“ die Bedrohung und Poesie des Unsichtbaren im historischen Filmmaterial. „Das eigentliche Kunstwerk entsteht erst im Zusammenspiel mit dem Publikum“, meint Oliver Schwabe. Nina Mika-Helfmeier fordert die Besucher auf, sich auf das Experiment einzulassen.

Er werde ein einmaliger Abend mit großartigen Künstlern, der keine Wiederholung finde. Und das an einem Ort, der wie geschaffen scheint für das Experiment, so Schwabe. Die Schlichtheit der Bauhaus-Kirche St. Fronleichnam in der Leipziger Straße 90 soll das meditative Element des Experiments noch verstärken. Die Bilder werden an die Stirnseite der Kirche projiziert. „Wir wissen nicht, worauf wir uns da einlassen“, meint Gemeindereferent Josef Gerets. Trotzdem war er gern bereit, die Künstler zu unterstützen. Auch wenn der Abend nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen wird, wie er vermutet.

Das Thema, das dahinter steht, ist nach wie vor brisant. „Die Auseinandersetzung mit dem Unsichtbaren scheint die japanische Kultur immer wieder heimzusuchen“, sagt Schwabe. Der jüngste atomare Störfall sei in direkter Verbindung mit dem japanischen Trauma der Atomabwürfe über Hiroshima und Nagasaki zu sehen. Die in der Kirche gezeigten Bildfrequenzen zeugten von der Verarbeitung des Unfassbaren.

Der experimentelle Abend ist Teil des Kulturprojekts „Signal X“, das zum dritten Mal stattfindet. In einem ersten Baustein wurde beispielsweise in einem Workshop eine Klanginstallation entwickelt, die bereits vorgeführt wurde. Signal X stellt den Beitrag der Städteregion Aachen zur Bewerbung VIA 2018 dar. „Signal X meets“ Film ist am Sonntag, 8. September, um 20 Uhr in der Kirche St. Fronleichnam im Ostviertel zu erleben.

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