Aachen - Ein echter Lichtblick löst das „Horrorkabinett“ ab

Ein echter Lichtblick löst das „Horrorkabinett“ ab

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:
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Die Bahnhofsfassade Rothe Erde erstrahlt in dezentem Licht: Mit der neuen indirekten Beleuchtung der Lamellenfenster sind die Sanierungsarbeiten am Gebäude abgeschlossen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Lange galt er als „Stinkeort“ und böse Zungen behaupten, dass sich daran auch nicht viel geändert hat. Und doch gibt es am Bahnhof Rothe Erde einen Lichtblick – im wahren Sinne des Wortes. Denn jetzt, wenn die Tage kürzer werden, erstrahlen die rot gefassten Lamellenfenster von innen im dezenten Licht und sollen so auf dem Bahnhofsvorplatz für eine freundliche Atmosphäre sorgen. Die besondere Beleuchtung bildet den Schlussstrich unter die Sanierungsarbeiten des Bahnhofs.

Neben Gisela Nacken, Dezernentin für Planung und Umwelt der Stadt Aachen, machten sich am Donnerstagabend auch Kollegin Heike Ohlmann, bei der Stadtplanung zuständig für die städtebaulichen Maßnahmen im Stadtteilprojekt Aachen-Ost, Architekt Eberhardt Wiegand und Klaus Schavan vom Gebäudemanagement der Stadt vor Ort ein Bild von der Wirkung der Beleuchtung.

Diese, erläuterte Wiegand, solle nicht nur den Vorplatz erhellen, sondern in Räumen Leben spiegeln, wo eigentlich keines ist. „Eigentlich ist der Bahnhof ein toter Körper“, sagt der Architekt ein bisschen bedauernd.

Gerne hätte Wiegand die Bahnhofsräume wieder mit richtigem Leben erfüllt, doch die komplizierten Eigentumsverhältnisse und die Kosten machten den Planern im Architektenbüro wie bei der Stadt einen Strich durch die Rechnung. „Eine Sanierung der eigentlich wunderschönen Innenräume lehnt die Bahn ab und wir können das als Stadt nicht stemmen,“ so Gisela Nacken.

Die Sanierung der Außenfassade des Bahnhofs Rothe Erde ist der letzte Baustein im Großprojekt „Soziale Stadt Aachen-Ost“. Zuvor waren in mehreren Bauabschnitten Bahnsteig und Fußgängertunnel barrierefrei umgebaut, der Vorplatz neu gestaltet und die Unterführung saniert worden.

Die alte Außenfassade kam nach Abriss des maroden Vorbaus zum Vorschein. „Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, hier sind viele Steine ausgetauscht worden“, so Wiegand. Bewusst sollte jedoch das Ausmaß der Beschädigung nachvollziehbar bleiben. Mit Gesamtkosten in Höhe von rund 160.000 Euro blieb man sogar unter den kalkulierten 180.000 Euro.

Und doch bleibt der Eindruck des Unvollendeten. An der Wand auf der Seite zum Stadtteil Forst hin sind Feuchtigkeitsschäden sichtbar und auch der Bruch zwischen renoviertem und nichtrenoviertem Teil der Außenfassade auf der Seite des Bahnhofsvorplatzes wirkt unfertig. „Solange das so funktioniert, besteht auf Seiten der Bahn kein Handlungsbedarf“, so der stellvertretende Bahnhofsmanager Siegfried Bertermann.

Ein wichtiges Eintrittstor

Um dann doch die Veränderungen sichtbar zu machen, die der Bahnhof vollzogen hat, dokumentiert ein „Horrorkabinett“ im Fußgängertunnel, wie der Bahnhof vor dem Umbau ausgesehen hatte. Über ein Jahr zogen sich die Arbeiten hin, immer wieder kam das Projekt ins Stocken.

Ein letzter Bauabschnitt wird die Neugestaltung der Werbeflächen in der Bahnunterführung betreffen. Und hier könnten sich eventuell neue Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auftun. Gast bei der Beleuchtungseinweihung war auch Stephan Jaletzke, Center-Manager der Aachen-Arkaden. „Für uns ist der Bahnhof ein Eintrittstor“, so Jaletzke.

Daher besteht auch für ihn ein nicht unerhebliches Interesse am dauerhaften Erhalt der Anlage. Der Bahnhof Rothe Erde, so wirklich hübsch ist er noch nicht. Und doch – ein kleiner Lichtblick ist nun da.

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