Aachen - Ein Drahtseilakt: Stahlkunst im Atelierhaus

Ein Drahtseilakt: Stahlkunst im Atelierhaus

Von: Laura Hentz
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Stahl in der Verbindung zur Kunst: Anke Wolf und Günter Wermeke zeigen im Atelierhaus Süsterfeld ihre Arbeiten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Von feinen Drahtgeflechten zu massiven Stahlgebilden: In ihrer Ausstellung „Raum und Linien“ zeigen Günter Wermekes und Anke Wolf, welche unterschiedlichen Formen ein und dasselbe Material annehmen kann. Stahl ist das verbindende Element. Es schafft Harmonie und lässt gleichzeitig ein Spannungsfeld zwischen den Ansätzen der Künstler entstehen.

 Wolf begrüßt diesen Dialog: „Das ist für mich sehr erstrebenswert, dass die Kunst miteinander kommuniziert.“

Mit ihrer feinen Drahtinstallation „Die Ambivalenz des Ortes“ schafft sie eine plastische Bleistiftzeichnung im Raum und lässt den Stahl zart, filigran erscheinen. Wolf will Fragen aufwerfen und Assoziationen in den Köpfen der Betrachter wecken. Sie stellt Wandel dar, den Wandel des Raumes, des Lebens. Und die filigrane Form des Drahtgeflechts lässt diese Assoziationen so zart erscheinen, als wären sie nur ein Erinnerungsmoment, der mit einem Windhauch verfliegen könnte.

Wermekes setzt mit seinen massiven, streng architektonischen Skulpturen einen deutlichen Kontrapunkt. Klare Linien kennzeichnen seine etwa 40 Zentimeter großen puristischen Werke aus Edelstahl, gerostetem Stahl und Lindenholz. Besonders die Patina des gerosteten Stahls verleiht seinen Werken Tiefe und öffnet die Oberfläche der kubistischen Skulpturen. Orientierung und Inspiration findet der ausgebildete Goldschmied in den minimalistischen Gebäuden von Mies van der Rohe: „Architektur ist etwas, das mich sehr interessiert und inspiriert.“ Sowohl in der Architektur als auch bei der Kreation von Schmuck sieht Wermekes den Menschen als Maßstab im besten Sinne: Das Haus soll die Menschen aufnehmen, der Ring um ihre Finger passen.

So spielt für beide Künstler der Mensch eine wichtige Rolle. Und was gerade in Wermekes Skulpturen so rational wirkt, steckt doch voll Intuition. Den starken Einfluss der eigenen Gefühlswelt auf die Stahlkreationen haben beide konsequent in ihre Arbeit mit dem Material einfließen lassen.

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