Ein ”Damoklesschwert” namens Umweltzone

Von: lo
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Aachen. Solch deutliche Worte hört man von Politikern nicht immer. „Ein Damoklesschwert hängt über Aachen”, mahnte Oberbürgermeister Marcel Philipp seine Zuhörer im Weißen Saal des Rathauses.

Das „Schwert” trägt den Namen „Umweltzone”, und darin scheinen das Stadtoberhaupt und viele Aachener Unternehmer einig: Auf Fahrverbote möchte man in der Kaiserstadt am liebsten verzichten. „Die Umweltzone bringt keinen Vorteil für die Umwelt, aber massive wirtschaftliche Einbußen, vor allem für den Einzelhandel”, kritisierte Philipp.

Im Mai 2008 einigten sich die Stadt, die Industrie und Handelskammer, die Handwerkskammer sowie der Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Aachen-Düren daher auf eine gemeinsame Vereinbarung.

Unter dem Motto „Mitmachen-Durchatmen” wurden unter Beteiligung vieler Unternehmer und Bürger rund 39 Projekte gestartet, die zur Verbesserung der Luftqualität in Aachen beitragen sollen, etwa die Förderung der Elektromobilität, mehr Jobtickets für Arbeitnehmer, modernere Busse für die ASEAG und ein Fahrradparkhaus am Bahnhof.

Bei einer feierlichen Veranstaltung würdigte Philipp nun im Rahmen der Initiative zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen, die sich für saubere Luft eingesetzt haben. Die Konzepte, auf die die Firmen dabei setzen, sind vielfältig. Viele fördern die Anschaffung von Jobtickets für die Mitarbeiter oder finanzieren diese sogar komplett.

Andere Firmen setzten auf Ökostrom, energieeffiziente Gebäude, Car-Sharing oder die Förderung von Elektromobilität.

Auch die städtischen Betriebe Aseag und Stawag wurden ausgezeichnet: Während die Aseag mit der Ausweitung des Busnetzes und dem Einsatz moderner Fahrzeuge zum Umweltschutz beitrage, sei die Stawag „Deutschlands umweltfreundlichstes Stadtwerk”, wie Dr. Armin Langweg, bei der Stadt zuständig für Mobilitätsmanagement, bestätigte.

Für saubere Luft in Aachen sind solche langfristig angelegten Projekte sinnvoller und nachhaltiger, als die Einführung einer Umweltzone.

Ob die gemeinsamen Ziele aber erreicht werden können, muss sich erst noch zeigen: Nur dann, wenn die Messwerte für Luft-Schadstoffe wieder unter die EU-Grenzwerte fallen, kommt Aachen langfristig um die Einführung der gefürchteten Zone herum.
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