Ein BH voller Scherben als stumme Anklage

Von: Angelina Boerger
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„Untragbar“: Während der Projektwoche haben die Schülerinnen zum Beispiel Schuhe und Kleidungsstücke bearbeitet, um ein Zeichen für fairen Handel zu setzen. Foto: Kurt Bauer

Aachen. „Wer bin ich, und wer möchte ich beruflich einmal sein?“ Dieser Frage sind 60 Schüler des Berufskollegs für Gestaltung und Technik (GuT) in einer Projektwoche nachgegangen. Dafür haben sie sich und ihre Wünsche im Vorfeld ergründet und in selbstgestalteten Skizzenbüchern dargestellt, um diese anschließend zu visualisieren.

Neben ihren Lehrern standen ihnen dabei auch erfahrene Praktiker zur Seite. Beim Tag der offenen Tür im gesamten Kolleg konnte den Schülern und Dozenten über die Schulter geschaut werden. Initiiert hat dies Dorette Christfreund, Architektin, Künstlerin, und Lehrerin für Gestaltung und Freihandzeichnen, die neben der jährlichen Projektwoche viele weitere Projekte ins Leben gerufen hat.

Viele gute Anregungen

„Die Schüler können sich so kreativ austoben und haben gleichzeitig erfahrene Leute um sich, die die Arbeiten betreuen und ihnen hilfreiche Tipps für jetzt, aber auch für später geben können,“ so Christfreund. Viele Schülerinnen und Schüler seien sich nämlich oft gar nicht sicher, was sie werden wollten, obwohl der Abschluss immer näher rücke.

„Wir möchten ihnen durch diese Praxistage Möglichkeiten aufzeigen“, so Christfreund. Dafür hat sie zum Beispiel Aylin Can mit ins Boot geholt. Die ehemalige Schülerin des Kollegs hat in Hamburg Modedesign studiert und leitet das gleichnamige Teilprojekt. „Die Schüler und ich haben uns das Motto ‚Untragbar‘ ausgesucht, da wir besonders die Herstellung vieler Textilien für untragbar gegenüber Umwelt und Konsumenten halten. Dies haben wir dann in der Praxis versucht umzusetzen, indem wir tragbare Mode untragbar gemacht haben“, erzählte sie.

Schülerin Ida Claßen hat dafür beispielsweise einen alten Sport-BH mit Scherben beklebt, so dass er für seinen eigentlichen Zweck nicht mehr geeignet ist. „Unser Thema macht mir großen Spaß und ist zudem auch noch sehr aktuell. Die Projektwoche bietet Abwechslung zum normalen Unterricht, und wir bekommen durch Aylin Can neue Anregungen, auch was unsere Berufswahl betrifft.“

Das gilt natürlich auch für Schüler, die kein Interesse am Modeschöpfen haben. Denn neben dem Bereich „Modedesign“ gibt es noch den Bereich „Illustration“, in dem die Schüler beispielsweise blind oder auf Zeit zeichnen müssen, und den dritten Bereich „Filmische Gestaltung“ unter der Leitung von WDR-Kameramann Marco Röpke, bei dem die Schüler sogar selbst mit der Kamera unterwegs sind.

Geplant ist eine Ausstellung

Auch Schülerin Sandra Kirsch hat sich sehr auf die Projektwoche gefreut: „Man kann einfach machen, was man möchte und der Kreativität freien Lauf lassen. Ich habe so viele neue Ideen entwickelt, und mein Vorhaben, Mediengestalterin zu werden, hat sich dadurch noch mehr gefestigt.“

Jüngst wurden die Ergebnisse den anderen Schülern des Kollegs vorgestellt, außerdem ist eine Ausstellung in Planung.

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