Aachen - Ein besseres Leben dank Aachener Hilfe

Ein besseres Leben dank Aachener Hilfe

Von: juk
Letzte Aktualisierung:
4577538.jpg
Eine Operation, ein anderes Leben: Der kleine Golibjon aus Tadschikistan wurde am Marienhospital unentgeltlich behandelt. Das Krankenhaus arbeitet schon länger mit Hilfsorganisationen in dem bitterarmen Land zusammen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Dass es ihm in seinem Heimatland Tadschikistan bei Weitem nicht so gut geht wie Kindern in Aachen, ist dem zweijährigen Jungen Golibjon Kholov während seines Aufenthalts im Marienhospital in Burtscheid kaum anzusehen.

Aufgeweckt und lebendig krabbelt er durch die Räume des Hospitals. Und auch das Blitzlichtgewitter, das für einige Minuten um ihn herum stattfindet, lässt er tapfer über sich ergehen. Doch geht es Golibjon in seinem Heimatland nicht so gut, wie es hier im Hospital wirkt, denn der Junge kommt aus einem der ärmsten Länder der Welt. In Tadschikistan haben die Menschen kaum Nahrung und Wasser, die Säuglingssterblichkeit ist sehr hoch – die medizinische Basisversorgung besonders schlecht.

27 Kinder vor Ort operiert

In dieser Region setzt sich die Katholische Stiftung Marienhospital Aachen ein: Erst im September dieses Jahres haben der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg Professor Dr. Dr. Hartmut Feifel sowie zwei Schwestern des Hauses mit der Hilfsorganisation TajikAid die Hauptstadt des Landes besucht. Während ihres humanitären Einsatzes in Duschanbe wurden 38 Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten zu den Fachkräften gebracht. Von diesen Kindern wurden 27 vor Ort operiert, andere waren dafür zu jung oder zu dünn, so dass das Risiko nicht tragbar gewesen wäre, erklärt Feifel. Zudem betont er, dass auch die Ärzte in Tadschikistan hochqualifiziert seien, allerdings werde für manche Eingriffe nun einmal ein besonderes Spezialinstrumentarium benötigt.

Aus diesem Grund ist auch der schwerkranke Golibjon pünktlich zu seinem Operationstermin am 26. November mit seinen Eltern nach Deutschland geflogen. Denn durch die angeborene Fehlstellung seines Halses war für die Operation eine schwierige Intubation notwendig, die der Anästhesist Christian Wolf erfolgreich durchgeführt hat. Golibjons große Gaumenspalte ist nun verschlossen und das Krankenhaus konnte er schon nach einer Woche verlassen. In ein paar Tagen fliegt die Familie voller Dankbarkeit wieder zurück nach Tadschikistan. Dass Golibjon jetzt gesund ist, haben das Marienhospital und sein OP-Team ermöglicht, denn alle Beteiligten verzichteten auf ihr Honorar.

Wie Rolf-Leonhard Haugrund, Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen, berichtet, „hat es im Marienhospital eine lange Tradition, Kinder aus Krisenländern unentgeltlich zu operieren“.

„Demut ist angebracht“

Und auch zu den Kollegen aus Tadschikistan herrscht laut Feifel mittlerweile ein kollegiales und freundschaftliches Verhältnis – denn bereits seit 2009 setzt sich die Katholische Stiftung mit TajikAid in dem Land ein.

Bei den humanitären Einsätzen wird das Team laut Feifel mit Krankheiten konfrontiert, „die man in Deutschland kaum noch kennt. Es wäre etwas mehr Demut und Zufriedenheit in Anbetracht des guten Stands der medizinischen Versorgung in Deutschland angebracht, wenn man Fälle wie die des kleinen Golibjon sieht“, sagt Feifel. Wenn man dann noch beobachtet, wie sehr sich der kleine Junge im festlich geschmückten Aufenthaltsraum des Hospitals an einer glänzenden Weihnachtskugel erfreut, sollte man sich gerade hinsichtlich der anstehenden Festtage einmal auf die wesentlichen Dinge konzentrieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert