Ein Beschluss, viele Emotionen

Von: Sarah Sillius
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Aachen. Mit Fackeln und Plakaten säumten Schüler, Eltern und Lehrer am Donnerstagabend den Weg ins Verwaltungsgebäude in der Mozartstraße.

Die Vertreter der Reformpädagogischen Sekundarschule am Dreiländereck (ehemals Hauptschule Kronenberg) und der katholischen Klaus-Hemmerle-Hauptschule wollten damit noch einmal auf sich aufmerksam machen. „Das Ganze ist eine Unverschämtheit, die Entscheidung geht einfach an uns vorbei”, sagte Anita Debrand, Mutter einer Siebtklässlerin am Kronenberg.

Die Proteste waren vergeblich. Der Schulausschluss stimmte für die Schließung der drei Schulen und für die Errichtung einer vierten Gesamtschule am Standort Sandkaulstraße. Dort wird dann auch die Realschule ab Sommer keine neuen Fünftklässler mehr aufnehmen. „Natürlich tun Schulschließungen weh, und sie sind ein Eingriff in ein lebendiges System”, bedauerte Christian Steins (CDU), plädierte aber für „langfristig stabile Schulstandorte”. Man könne zwar abwarten - doch dann würde die Bezirksregierung einschreiten und dem Ausschuss „das Zepter aus der Hand” nehmen. „Wir möchten nicht im nächsten Jahr wieder neu diskutieren, ob die Schulen überleben können oder nicht.”

Mathias Dopatka (SPD) pflichtete Steins bei. „Das Drei-Säulen-Modell funktioniert nicht mehr, da müssen wir als Stadt reagieren, wir können nicht einfach nur zugucken.” Die enttäuschten Schüler und Eltern versuchte er damit zu trösten, dass es sich ja um auslaufende Schließungen handle und jeder von ihnen seinen Schulabschluss wie geplant machen könne.

Ursula Griepentrog (Grüne) erinnerte an den seit drei Jahren offen geführten Dialog und wies darauf hin, dass es sich um kein spezifisches Aachen-Problem, sondern nun mal um ein landesweites Phänomen handle. „Die Eltern suchen nach einem System, das den Schulabschluss offen lässt”, begründete sie die Notwendigkeit einer vierten Gesamtschule.

Gretel Opitz (FDP) stimmte gegen die Schulschließungen. Sie befürchtet, dass die pädagogischen Konzepte und individuelle Fördermöglichkeiten verloren gehen. „Geben Sie den Schulen noch Zeit, um die Tragfähigkeit ihrer Konzepte zu beweisen”, appellierte sie wie in der letzten Sitzung an die Verwaltung.

Eine neue Frage stand am Donnerstag darüber hinaus im Raum - und auf Papier: Was wird aus den Schulstandorten nach der Schließung? CDU, SPD und Grüne beantragten die Verwaltung, für die Gebäude und Liegenschaften Vorschläge zur künftigen Nutzung zu entwickeln. „Alle Standorte eignen sich unter Umständen auch weiterhin für die Unterbringung von Bildungseinrichtungen”, heißt es in dem Antrag wörtlich. Griepentrog erklärte, sie wolle damit auch das Gerücht aus der Welt schaffen, die Grünen hätten bereits Pläne für die Nutzung der Flächen. Die SPD könnte sich wiederum vorstellen, auf dem Kronenberg irgendwann eine neue Gemeinschaftsschule zu starten - dieses neue Schulmodell hatte die rot-grüne Landesregierung jüngst ins Leben gerufen.
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