Ein bauliches Kleinod hat die Seele zurück

Von: Günther Sander
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Der große Dachboden lässt die Dimension des Restaurierungsprojektes erahnen, mit dem das über 300 Jahre alte Haus am Korneliusmarkt wieder instand gesetzt wurde. Foto: Andreas Schmitter
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Das über 300 Jahre alte Haus am Korneliusmarkt. Foto: Andreas Schmitter
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Gelungener Materialmix: Die alten Holzdielen schließen an die Steinfliesen an, der Kamin musste allerdings zugemauert werden. Foto: Andreas Schmitter
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Auch der Außenbereich mit direktem Blick auf die Inde wurde mit viel Gefühl für die historischen Vorgaben saniert. Foto: Andreas Schmitter
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Führte vom Dachboden bis in den Keller: Axel Deubner, der das Hausrestauriert hat. Foto: Andreas Schmitter

Kornelimünster. Wenn ein altes Haus aus einem langen, tiefen Dornröschenschlaf aufwacht und wieder in alter Pracht wie vor über 300 Jahren erscheint, dann gibt es darüber mit Sicherheit viel zu erzählen. Und so ein „altes Haus“ steht in Kornelimünster am Korneliusmarkt 26.

Diesem Kleinod ist Gutes widerfahren, wie man jetzt vor Ort selbst in Augenschein nehmen konnte.

Die Gewölbe und Fundamente sind vermutlich noch viel älter. Aber wer weiß das noch, nach so langer Zeit. Dem kann Besitzer Axel Deubner nur zustimmen, hat er doch nach einer 18-monatigen Wiederherstellungsphase unter gigantischem, aber doch sehr lohnendem Aufwand, für alle Kornelimünsteraner etwas geschaffen, das sich sehen lassen kann und Aufsehen erregt.

„So etwas Schönes“, war nicht nur einmal bei einem Tag der offenen Tür zu hören. „Toll, dass jemand den Mut hat, so etwas anzupacken“, fiel die nächste Benotung aus. Viele Interessenten waren der Einladung gefolgt, wollten sich das Schmuckstück von innen und außen anschauen, bevor eine junge Familie – mit Katze – Einzug hält.

Das alte Haus hat das Umbauprozedere gut überstanden, ist schnuckelig anzuschauen, sorgt für Begeisterung, schwärmt auch die Kölnerin Nadine Werker, die mit ihrem Partner Thomas Wenning – und Kätzchen Merlin – jetzt die Gemäuer mit Leben erfüllen wollen. „Wie wir uns einrichten, müssen wir noch überlegen“, sagt sie gegenüber unserer Zeitung. Immerhin stehen 202 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. „Da geht schon Einiges rein“, lacht sie. Natürlich soll alles schön zur Geltung kommen, meint sie zuversichtlich.

Als sie auf Wohnungssuche im Internet surfte, habe sie das Angebot in Bild und Text gesehen, sie war sofort begeistert. Hat angerufen, einen Besichtigungstermin ausgemacht und „zugeschlagen“. Sie lebt seit sechs Jahren in der Domstadt, jetzt ziehe es sie wieder „auf’s Land“, alles eine Nummer kleiner. „Kornelimünster gefällt uns“, sagt sie, denn ihr Partner arbeite in Aachen.

Über die Geschichte des Hauses, auch der Nachbarhäuser, wusste Axel Deubner viel zu erzählen. Vom Scheitel bis zur Sohle, pardon vom Dachboden bis zum Keller. Im Ruhestand angelangt, habe er ein schönes Haus in Aachen gesucht, aber nicht gefunden. „In Kornelimünster bin ich fündig geworden“, erzählte er. Von seinem Haus aus am Korneliusmarkt habe er einen Blick auf eben dieses Nebenhaus. Da wurde er neugierig und konnte es bald schon erwerben.

Müll und Unrat beseitigt

Natürlich war ein gewisses Risiko gegeben, eine Menge Arbeit und auch reichlich Geld mussten investiert werden. Axel Deubner holte Fotos hervor, in den Räumen lagerte 1,50 Meter hoch der Müll und Unrat. „Das alles musste erst einmal raus.“ Er habe zum Glück auch einen guten Draht zur Denkmalpflege gehabt. Um 1900 habe sich in dem Haus eine Fleischerei befunden, wie die Haken an den Dachbalken dokumentierten.

Jeden Tag verbrachte er mehrere Stunden auf der Baustelle. Ob er so etwas noch einmal wagen würden, wisse er nicht. Aber es habe sich gelohnt, alte herrliche Türen und Treppen seien erhalten geblieben. Deubner: „Das alles war ein Glücksfall für mich und für das Haus.“ Kornelimünster ist um ein weiteres Schmuckstück reicher geworden.

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