Ein Appell an die „Jetzt-Erst-Recht-Stimmung”

Von: Robert Flader
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Wollen die Aachener Liberalen in einen erfolgreichen Landtagswahlkampf führen: Der neue FDP-Kreisvorstand um Dr. Klaus Vossen, Gretel Opitz, Dr. Alexander Heyn, Sigrid Moselage und Wilhelm Helg (v.l.) zeigt sich trotz des Umfragetiefs weiterhin optimistisch. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Zwischen großen Jubiläen und verbalen Mutmachern gab es am Ende dann doch nicht das erhoffte Traumergebnis „à la Honecker”. Statt bei den FDP Kreisverbandswahlen zum zweiten Mal satte 100 Prozent zu erreichen, votierten für den alten - und neuen - Vorsitzenden Dr. Alexander Heyn anno 2010 „nur” etwa drei Viertel der Liberalen.

Doch dieser kommentierte die 73 Prozent eher gelassen: „Wenn man im Vorfeld von Wahlen personelle Entscheidungen treffen muss, ist der ein oder andere nunmal unzufrieden”, schien Heyn mit einem Vertrauensverlust gerechnet zu haben. „Aber das ist immer noch ein gutes Ergebnis.”

Bestätigt wurden neben Heyn seine beiden Stellvertreter Sigrid Moselage und Wilhelm Helg - ebenfalls mit Stimmenverlusten. Damit geht das Trio an der Spitze, das bereits seit 1994 die Liberalen in Aachen führt, in seine achte Runde.

Doch neben den Wahlen waren auch beim Aachener Kreisparteitag der Geist von Guido Westerwelle und seinen Aussagen zu Hartz IV das beherrschende Thema. „Grundsätzlich sind seine Aussagen richtig”, sagte Heyn über den Außenminister. „Leistung muss wieder zu einem Statussymbol werden.” Obwohl die Liberalen Umfragen zufolge deutlich eingebrochen sind, sei für die NRW-Landtagswahl noch längst nicht alles verloren. „Wir müssen aber kämpfen, damit die Landesregierung erhalten bleibt und nicht eine weitere Machtoption verloren ist.”

In Düsseldorf bleiben

Heyn rechnet damit, dass sich in Aachen Schwarz-Grün „vielleicht sogar auf Jahrzehnte etablieren wird.” Deshalb gelte es, in Düsseldorf in der schwarz-gelben Regierung zu bleiben. „Und das können wir auch schaffen.”

Auch für die Aachener Bundestagsabgeordnete Petra Müller ist der 9. Mai, der Tag der Wahl, „genauso wichtig wie die erfolgreiche Bundestagswahl”. Von deren Ausgang hängt auch die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat ab. Müller versprach, „in Berlin Kurs zu halten und das durchzusetzen, was wir vor der Wahl versprochen haben.” Steuersenkungen seien dringend erforderlich, „damit sich Arbeit endlich wieder lohnt.”

Müller kritisierte auch die Pläne für die Campusbahn: „Das gehört sich nicht für eine Stadt, die auf modernste Technologien setzt. Wir brauchen intelligente Lösungen.”

Enttäuscht zeigten sich die Liberalen insbesondere von der CDU. Die Christdemokraten würden auf Landesebene „ganz offensichtlich” zu Schwarz-Grün tendieren, schätzt Heyn, und hätten sich auch in Aachen „nach dem Wind” - den Grünen) - gedreht. „Die Straßenbahn, die vierte Gesamtschule, die Windräder”, zählt der Liberale auf, „das alles trägt nur die Handschrift der Grünen.”

Denen wiederum warf die FDP eine „Camäleonstrategie” vor, was den Campus Melaten angeht. „Die Grünen sind für den Campus und den Erhalt es Rabentals. Je nachdem, wem sie gegenüberstehen”, kritisierte Heyn, der die schwachen Umfragen in eine „Jetzt-Erst-Recht-Stimmung” umsetzen will.
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