Aachen - Ein amüsanter Spaziergang durch die weite Welt des Orchesters

Ein amüsanter Spaziergang durch die weite Welt des Orchesters

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Am 23. Februar, 18 Uhr gibt es eine weitere Aufführung, und zwar im Gymnasium Baesweiler an der Otto-Hahn-Straße 16.

Aachen. Die Sinfonietta Regio, das „Orchester in der Städteregion Aachen“, feiert ihr 60-jähriges Jubiläum und eröffnete die Reihe der Aufführungen mit einem Konzert in der Aula des Einhard-Gymnasiums. Dieses erste der Jubiläumskonzerte machte schon deutlich, dass die Sinfonietta Regio nicht nur ein sehr respektables Sinfonieorchester ist, sondern gleichzeitig nicht eines wie jedes andere.

Da trat nicht ein Orchester auf, der Dirigent ließ es spielen, und dann trat es wieder ab. Diesmal führte der Dirigent Jeremy Hulin, Chef des Orchesters, nicht nur die Musiker, sondern als geistreicher Moderator auch das Publikum. Mit einem abwechslungsreichen Programm gelang ihm ein amüsanter Spaziergang durch die Welt des Orchesters, dieses großen Apparates, der entsteht aus dem Zusammenwirken von Gruppen und Individualisten. Dazu braucht es den mutigen Einzelkampf, aber auch den Teamgeist. Beides wurde in diesem Konzert zu Gehör gebracht.

Zunächst wurden einzelne Instrumente vorgestellt. Eine Zaubertasche mit unglaublichen Requisiten, durchstöbert und dann kommentiert vom wohlgelaunten Dirigenten, sowie kleine Interviews mit Instrumentalisten brachten es an den Tag: Zum Beispiel sind ein Gartenschlauch und eine Trompete Verwandte; ein Bambusgrasblatt kann krächzen wie ein Fagottrohr, und ein Fagott ohne Mundstück kann den Sound eines Hubschraubers imitieren.

Nach dem Spaß die Kunst: Mit Sätzen von Händel, Bach, Mozart, Saint-Saens stellten einige Bläser, jeweils einfühlsam begleitet vom Orchesters, ihr Instrument vor: die Flöte, höchst virtuos und souverän, durch Gerda Schwartz; die Trompete, elegant und bis in schwindelnde Höhen, durch Leo Jansen; das Fagott durch Claudia Heuschen, technisch perfekt , mit meditativer Ruhe und fingerfertigem Witz; schließlich Ulrich Michels mit einer wunderbar romantisch geblasenen Romance das Horn.

Und dann eine besondere Rarität, das Konzertstück Nr. 2 von Mendelssohn für zwei Klarinetten und Orchester. Aufgeführt wurde es von den Solisten Günter Mänz und dem Dirigenten Jeremy Hulin, letzterer in Doppelfunktion, unterstützt aber von einer offenbar genialischen Puppe, die hilfsweise das Dirigentenpult einnahm.

Nach der Pause wurden dem Publikum drei Gruppen des Orchesters vorgestellt. Zunächst die Holzbläser mit dem letzten Satz von Mozarts großer c-Moll-Serenade, dem ernstesten Stück des Abends, das die umwerfende Schlusswendung von Moll nach Dur überzeugend hören ließ. Die Streicher boten dann eine leidenschaftliche Version von Sibelius‘ hochromantischem „Andante Festivo“. Die dritte Formation, ein Blechbläsersextett, sorgte mit sichtlichem Vergnügen an den jazzigen Rhythmen von Glenn Miller für gute Laune.

Alle zusammen, das ganze „Team“, konnten ihren beeindruckenden Klang entfalten im witzigen „Perpetuum mobile“ von J. Strauss Sohn, im „Gewitter und Sturm“ von Beethoven und zuletzt in einem Stück von Leroy Anderson, das Klassik und moderne U-Musik aufs Unterhaltsamste vereinigt. Hier gab es auch für die Schlagzeuger überraschend improvisierte Gelegenheiten, den Witz des Stücks zu fördern.

Beim auch nach zwei Stunden noch höchst aufmerksamen Publikum bedankte sich das Orchester mit einer Wiederholung des „Perpetuum mobile“. Ein wohlgelungener Auftritt eines Orchesters mit einer geglückten Verbindung von Moderation, Unterhaltung und Kunst, stilistisch sicher und kompetent in der Aufführung von Musik verschiedener Epochen, dies offenbar ein Ergebnis einer sehr erfolgreichen Arbeit des Dirigenten.

Einen Trost gibt es für diejenigen, die nicht da waren: Am 23. Februar, 18 Uhr gibt es eine weitere Aufführung, und zwar im Gymnasium Baesweiler an der Otto-Hahn-Straße 16.

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