Ein altes Viertel will hoch hinaus

Von: Hanna Sturm
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Viertel mit großen Aufstiegsc
Viertel mit großen Aufstiegschancen: Per Leiter erkundeten die Anwohner im Rahmen der Kulturreihe „Across the borders” den Stadtteil rund um den Suermondtplatz auf ganz neue Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Häuser aus der Gründerzeit neben Bauruinen, sorgsam renovierte Fassaden neben Wänden mit Graffiti-Schmierereien, Grünanlagen neben Parkhäusern und großen Einkaufszentren: Das Suermondt- und Gasbornviertel ist ein sehr vielschichtiger und komplexer Stadtteil.

Das weiß auch Markus Ulrich: „In diesem Viertel liegen Vergangenheit und Zukunft nebeneinander - und auch Zukunft, die wohl so nie funktionieren wird.”

Im Rahmen des Kulturfestivals „Across the borders” begleitet er Aachener auf eine Entdeckungsreise zu verborgenen Winkeln in ihrem Viertel.

So gibt es etwa hinter einem schmucklosen Bürogebäude an der Theaterstraße ein Stück der alten Stadtmauer zu entdecken, an anderen Stellen sind städtebauliche Brüche gleichzeitig Missstand und Chance, geben sie doch Raum für willkommene Grünflächen mitten im Wohngebiet.

„Verrückte Maßstäbe - La folie des échelles” nennt Ulrich diesen ungewöhnlichen Stadtspaziergang. Verrückt im doppelten Sinne, denn die Teilnehmer laufen mit Leitern in Signalfarben durch die Innenstadt.

Sie sind nicht nur Ursache für einige verwunderte Blicke, sondern auch Hilfsmittel beim Spähen über Mauern und Zäune, gewähren aus der Höhe einen neuen Blickwinkel auf Altbekanntes und stellen städtebauliche Achsen und Winkel nach.

In einer eingehenden Recherche ist der „passionierte Stadtraumerkunder” Ulrich vom Aachener Architekturbüro Archigraphus den Geheimnissen des Viertels stadtmorphologisch auf den Grund gegangen.

Das heißt er hat mit seinem Team Karten aus den verschiedensten Epochen vom Mittelalter bis in die heutige Zeit verglichen und ausgewertet, unzählige Fotos geschossen und auch mit Anwohnern gesprochen.

Dabei wurde er unterstützt von den Fachbereichen Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen sowie Stadterneuerung und Denkmalpflege. Die Dokumente dieser Recherche sind im Gartensaal des Hauses Matthéy ausgestellt, das auch Ausgangspunkt der Erkundungen ist.

Neben den beiden Spaziergängen im Rahmen des Festivals „Across the borders” gibt es noch einen dritten Termin am Sonntag, 11. September, ab 18 Uhr.
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