Ein Alleskönner für die Tischler

Von: Thorsten Karbach
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Mit der Tischlerausbildung an der CNC-Maschine macht sich die Mies-van-der-Rohe-Schule einen Namen: Koordinator Christof Vickus zeigt den Berufsschülern, was die moderne Technik im Handumdrehen leisten kann. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eine gute Ausbildung hat ihren Preis. Und an der Mies-van-der-Rohe-Schule, dem Berufskolleg für Technik der Städteregion, wurde investiert. Und das zahlt sich für die angehenden Tischler aus. Mit dem Kran wurde die neue, 3,3 Tonnen schwere CNC-Maschine, auch Holzbearbeitungszentrum genannt, ins Schulhaus an der Neuköllner Straße gewuchtet.

Die alte war schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Es war Millimeterarbeit. Aber der Weg ist für Christof Vickus, Koordinator der Berufsschule Bautechnik an der Mies-van-der-Rohe-Schule, der richtige: „Man kommt auch ohne eine solche CNC-Maschine durch den Lehrplan, aber sie erweitert unsere Möglichkeiten und damit die Qualität der Ausbildung der jungen Menschen.“

Rund 115 000 Euro hat die neue Maschine (CNC steht für „computergestützte numerische Steuerung“), mit der Sägeblatt, Bohrer und Fräse – vorab programmiert – gleichzeitig im Einsatz sein können, gekostet. Eine ähnliche Summe musste auch für die CNC-Drehbank der Metallverarbeiter aufgebracht werden. Doch das ist kein Luxus. Die Maschinen stellen die Wirklichkeit in den Betrieben dar, ohne sie würde der modernen Ausbildung etwas fehlen. „Und die jungen Menschen reizt die Arbeit mit dieser Technik“, berichtet Vickus. Im zweiten Ausbildungsjahr stehen sie dann erstmals davor.

Es ist ein richtiger Alleskönner, den Vickus und seine Berufsschüler da programmieren. Insbesondere runde Elemente werden so ganz einfach gefertigt. Rolladenschränke? Kein Problem. Zehn Minuten wird programmiert. 30 Sekunden fräst sich die Maschine durchs Holz. „Man kann noch so verrückte Formen gestalten“, sagt Vickus. Das Ergebnis ist verblüffend. So zahlt sich das wohl teuerste Unterrichtsmittel an Aachens Schulen aus. Zum Vergleich: Für 115 000 Euro ließen sich 177 große Klappschiebetafeln, also typische Kreidetafeln, wie sie in normalen Klassenräumen stehen, anschaffen. Oder 35 hochmoderne digitale Verschiebetafeln.

Aber so eine Berufsschule hat eben andere Anforderungen als „normale“ weiterführende Schulen. Sie muss in diesem Fall auf die tägliche Arbeit im Tischlerhandwerk vorbereiten. Und dort stehen diese Maschinen.

18,7 Milliarden für Berufsschulen

Von 172,3 Milliarden Euro, die Deutschland laut Bildungsfinanzbericht, Statistischem Bundesamt und Bundesinstitut für Berufsbildung, in Bildung investiert, bekommen die Berufsschulen 18,7 Milliarden Euro. 29,1 Milliarden Euro erhalten übrigens die Universitäten. Die Betriebe wissen diese Investitionen zu schätzen, die Mies-van-der-Rohe-Schule ist Partner eines Projektes der Innung Tischler NRW, in der die Ausbildung zur CNC-Fachkraft organisiert ist. Wochenends wird in Kooperation mit anderen Berufskollegs in Aachen qualifiziert. Zuletzt waren 22 Gesellen und 35 junge Tischler der Meisterschule Simmerath eingebunden. Aber auch im Schulalltag – Infos zur Tischerausbildung gibt es unter 16080 oder info@mvdr-schule.de – wird die Maschine erfolgreich eingesetzt. „Das zahlt sich aus“, sagt Vickus.

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