Aachen - Ein Adventkalender mit hohem Symbolgehalt

Ein Adventkalender mit hohem Symbolgehalt

Von: Jari Wieschmann
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Öffnen des ersten Weihnachtsfensters: Gemeinsam mit Flüchtlingen feierten die Eilendorfer Bürger im Sozialraum an der Hansmannstraße. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Rund 60 Menschen hatten sich in einem Raum versammelt, Eilendorfer Bürger, Kirchenvertreter – und nicht zuletzt Flüchtlinge, die in Eilendorf seit dem Sommer ein neues Zuhause gefunden haben. Plätzchen, Glühwein und Kakao sorgten für eine Wohlfühlatmosphäre. Das Treffen hatte Symbolgehalt.

„Wir versuchen zu zeigen, dass der Advent und nicht die Vorweihnachtszeit begonnen hat“, sagte Matthias Lürkens, Sprecher des Eilendorfer Bündnisses für Integration.

Zum Hintergrund: Im Sozialraum des Hauses in der Hansmannstraße/Ecke Karlstraße wurde das erste Weihnachtsfenster geöffnet. Nachdem Pfarrer Hans Christian Johnsen alle Gäste zweisprachig begrüßt und sich vor allem über den großen Zuspruch gefreut hatte, wurde das Liederbuch aufgeschlagen und stimmgewaltig der Advent eingeläutet. Angesichts der internationalen Beteiligung stimmte Peter Quadflieg dann ein englischsprachiges Weihnachtslied an.

Die Aktion besteht bereits seit sieben Jahren, wird federführend von der katholischen Pfarre St. Severin und der evangelischen Kirchengemeinde Eilendorf-Rothe Erde auf die Beine gestellt und von den örtlichen Vereinen, Institutionen und Familien mit großem Einsatz unterstützt. Auf diese Weise kommen die Bewohner von Eilendorf in den nächsten Wochen an jedem Abend an einem anderen Ort zusammen.

Lürkens zog eine ganz besondere Parallele zur Weihnachtsgeschichte und der Tatsache, dass das erste Fenster im Beisein von Flüchtlingen aus aller Welt geöffnet wurde. Das Weihnachtsfest habe nicht zwingend etwas mit Prunk und Licht zu tun, sondern stehe auch dafür, dass Menschen ohne eine Herberge unterwegs seien. Dass die Veranstaltung im Beisein der neuen Stadtteil-Bewohner und in dieser friedlichen Atmosphäre stattfinden konnte, wertete er als einen großen Erfolg des Integrationsbündnisses. „Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist enorm“, so Lürkens.

Erst wenige Stunden zuvor war es gelungen, für einen jungen Marokkaner eine Wohnung zu organisieren. „Preiswerten Wohnraum zu finden, ist schon schwierig genug und wenn es dann auch noch für einen jungen Ausländer sein soll, wird es fast unmöglich“. Umso schöner, dass es nun geklappt habe.

Das Weihnachtsfenster, das an diesem Abend enthüllt wurde, bestand übrigens aus Blumen, einem Stern und einem Friedensengel. Von der besonderen Atmosphäre der Veranstaltung aus Liedern, Gesprächen und Trommelmusik war auch Pastoralassistentin Hanna Liffers ganz begeistert: „Es ist einfach eine schöne Art, den Advent einzuläuten“.

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