„Ehrensache“: Ein Ausflug wird zur Tragödie

Von: Julie Krickel
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Harte Kost, aber vom jungen Ensemble hervorragend gespielt: Das Theater Brand feierte mit dem Stück „Ehrensache“ Premiere. Foto: Kurt Bauer

Brand. Während die jugendlichen Schauspieler hinter der Bühne auf ihren Auftritt warten und es vor Aufregung kaum noch aushalten, füllen sich die Reihen im Theater Brand schnell und schon bald ist der Saal voll. Das Stück, auf das die Gäste warten, ist ein besonderes.

Zum einen handelt es sich um „harte Kost“, zum anderen stehen die jungen Schauspieler vor ihrer bisher größten Herausforderung. Doch diese ist für sie auch die Chance, „den Sprung nach oben zu machen – aus der Jugendgruppe heraus“, so Regisseurin und Theaterleiterin Wilma Gier.

Das Stück „Ehrensache“ von Lutz Hübner verlangt ihnen alles ab: „So hart haben wir noch nie arbeiten müssen“ erklärt Gier. Und der ein oder andere Darsteller hatte „Probleme, sich in seine Rolle einzufinden“. Denn auch die Art der Proben war für die Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren Neuland: „Es hat auch mal Tränen gegeben, da sie meine Arbeit als Kritik verstanden haben, das kannten sie noch nicht.“ Gier betont, dass sie nicht für das Loben zuständig sei, sondern: „Erst durch den Applaus der Zuschauer erhalten die Darsteller ihren verdienten Lohn.“

Ein Gewaltexzess

Wie schwierig die Geschichte um den „flotten Ausflug“, der in einem Gewaltexzess endet, tatsächlich zu realisieren ist, das habe man erst bei den Proben gemerkt, bestätigt Christian Dappen, der den Sinan spielt: „Wir haben uns ziemlich schnell für dieses Stück entschieden, aber danach haben wir erst gemerkt, wie heftig es eigentlich ist.“ Doch durch die intensive Zusammenarbeit während sechs Wochen Proben konnten die Schauspieler in ihren Rollen weiterkommen.

Der Inhalt: Alles beginnt mit einem Ausflug nach Köln, der 19-jährige Cem lädt zwei junge Mädchen ein, den Tag mit ihm und seinem Freund Sinan in der Großstadt zu verbringen, um dem Alltag einen Moment lang zu entgehen. Doch schnell wendet sich das Blatt, es kommt zum Zusammenstoß „verschiedener Welten“ und zuletzt zum brutalen Mord an der 16-jährigen Elena. Doch die Motive der Figuren werden erst allmählich im „psychologischen Spiel von vier Jugendlichen und einem Gerichtsgutachter“ ersichtlich. Dabei geht es um Freundschaft, verletzte Ehre und kulturelle Unterschiede.

„Alles super geklappt“

Das Auseinandersetzen mit dieser aktuellen Thematik hat sich aus Sicht aller Beteiligten und Zuschauer bezahlt gemacht. Nach der Premiere hört man Kommentare wie „klasse gespielt“ und „heftiges, aber packendes Stück“. Schauspielerin Jessica Jackobs, die die Elena verkörpert, verrät erleichtert: „Es hat alles super geklappt, obwohl die Generalprobe schon so gut war.“ Besonders stolz ist die Regisseurin, die hervorhebt, dass alles so funktioniert habe, wie es geplant gewesen sei – auch die Reaktionen des Publikums: „Zu Beginn haben die Zuschauer noch gelacht, doch zum Ende hin wurde die Anspannung auch im Publikum stärker.“ Dabei sei die letzte Szene für die Darsteller eine besondere: „Nach all dem Druck in den letzten Wochen sind sie froh, wenn sie da ablassen können.“

Weitere Vorstellungen des Stücks im Theater Brand, Freunder Heideweg 3, gibt es am 13. und 14. Juli jeweils um 18 Uhr. Eintrittskarten sind online unter www. theater-brand.de oder in der Buchhandlung am Markt, Trierer Straße 788, erhältlich.

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