Ehrenamtliche Verkehrskadetten: Gegen Irrfahrten im Einsatz

Von: Robert Esser
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Einfahrt verboten: Auch am Montag werden die Verkehrskadetten mit Teamleiter Michael Günter (r.) Autofahrer um die Einbahnstraße an der Baustelle am Krugenofen schleusen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was sich Verkehrskadetten von Autofahrern anhören müssen, ist zuweilen kaum zitierfähig. Dabei will das Team von Einsatzleiter Michael Günter den Blechpiloten das Leben beziehungsweise Vorankommen doch leichter machen.

„Einige motorisierte Mitbürger zeigen dafür allerdings wenig Verständnis“, sagt Günter. In diesen Tagen sind bis zu acht der rund 50 Kadetten aus den Reihen der Verkehrswacht an der Baustelle Krugenofen im Einsatz – wie immer ehrenamtlich. Gut 300 Euro zahlt die Stadt dafür pro Tag. Das Geld fließt in die Jugendarbeit des Vereins. Vergangenes Jahr sammelten die Verkehrskadetten bei 220 Einsätzen in der Region insgesamt knapp 11.900 Arbeitsstunden.

Wie viele nun am Krugenofen 2015 hinzukommen, steht noch nicht fest. Klar ist aber: Das Geld für den Einsatz am Nadelöhr Kru-genofen, den man noch monatelang ausschließlich von der Burtscheider Brücke stadtauswärts befahren darf, ist gut investiert. Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr und am Spätnachmittag irren ungezählte Autofahrer auf der Suche nach einem Weg Richtung Innenstadt durch die schmalen Nebenstraßen. „Ziel ist es, das drohende Chaos zu ordnen und längere Staus möglichst zu vermeiden“, erklärt Günter. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherung der Schulwege Richtung Rhein-Maas- und Pius-Gymnasium.

Die Stadt will nun noch weitere Umleitungsschilder im Umfeld der Langzeitbaustelle platzieren, damit keiner der Blechpiloten mehr in Sackgassen landet. „Da gab es Verbesserungswünsche, denen wir jetzt nachkommen“, teilte das Presseamt am Freitag mit. Denn die Sperrung des Krugenofens Richtung Innenstadt hat für das ganze Viertel erhebliche Folgen. Mehrere Stichstraßen zwischen Burtscheider Brücke und Sebastianstraße sind dadurch ebenfalls dicht.

Reihenweise fallen zudem Parkplätze am Straßenrand weg, bis die Stawag Versorgungsleitungen umgebaut und die Stadt Fahrbahn und Bürgersteige erneuert hat. „Völlig unverständlich ist für uns, dass einzelne Autofahrer die unübersehbaren Einbahnstraßen-Schilder schlichtweg ignorieren“, wundert sich Günter. Dann ist eine unmissverständliche Belehrung gefragt. „Die meisten reagieren darauf durchaus einsichtig“, berichtet der Teamleiter.

Unter Beobachtung

Die Stadtverwaltung will die Situation am Krugenofen in enger Kooperation mit der Stawag an den kommenden Tagen weiter beobachten. Natürlich können die Kadetten nicht während der gesamten Bauphase täglich vor Ort sein. Man hofft, dass möglichst viele Autofahrer auf alternative Routen ausweichen – was den ansässigen Einzelhandel reichlich Umsatz kostet. Noch vor den Sommerferien soll die Großbaustelle verschwinden, wenn weder Winterwetter noch archäologische Funde Verzögerungen verursachen.

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