Ehrenamtler unterstützen junge Flüchtlinge

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Aachen. Sie kommen aus Afrika, Afghanistan oder Syrien. Sie haben unvorstellbare Wege zurückgelegt, um Krieg oder Elend zu entrinnen. Sie haben sich in Lebensgefahr begeben, traumatische Erlebnisse durchgemacht und Hunger gelitten.

Sie mussten alles zurücklassen. Ihre Eltern haben die meisten verloren. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben auch in Aachen mitten unter uns.

400 sind es zurzeit – teils wohnen sie in dafür vorgesehenen Einrichtungen, teils in Hotels. Viele möchten schnellstmöglich wieder in ein „normales“ Leben zurückfinden, eine neue Heimat finden. Die Mühlen der Bürokratie und Kapazitätsengpässe erfordern jedoch erst mal eines: Geduld. In Aachen warten aktuell noch 100 Jugendliche auf einen Schulplatz.

Dass diese jungen Menschen Hilfe brauchen und nicht allein gelassen werden dürfen, ist auch in der Aachener Bevölkerung längst ein ungeschriebenes Gesetz. Die Hilfsbereitschaft ist riesig, denn Tag für Tag kommen neue Flüchtlinge in Aachen an. Das hat die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen dazu bewogen, ein neues Projekt ins Leben zu rufen: „Willkommen“ heißt es schlicht und bietet in verschiedenen Lebensbereichen Unterstützung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Im Dezember 2014 wurde die Gruppe von 23 interessierten Menschen gegründet. Mittlerweile sind es schon 50 Ehrenamtler, die sich unter dem Dach der Bürgerstiftung zusammengefunden haben – vom 17-jährigen Schüler bis zum 75-jährigen Rentner. Projektleiter Norbert Greuel, ehemaliger Schulamtsdirektor im Schulamt für die Städteregion Aachen, möchte mit dieser neuen Initiative nicht nur die Willkommenskultur in Aachen weiter stärken, sondern auch konkrete Angebote schaffen, als „Makler“ für Hilfsangebote ein offenes Ohr haben und ein solides Netzwerk aufbauen, um Hilfsmaßnahmen besser bündeln und koordinieren zu können.

„17 Teilbereiche haben wir bereits eingerichtet. Von der Kochgruppe über Spieleabende bis zur Nachhilfe bieten wir bereits vieles für die jungen Flüchtlinge an“, so Greuel. Insbesondere persönliche Kontakte sollen gefördert werden, um Flüchtlinge auf diese Weise bestmöglich in das städtische Gemeinschaftsleben zu integrieren. Dieses Engagement hat auch Udo Wilschewski, Leiter des Zentrums für soziale Arbeit Burtscheid, überzeugt. Seine Einrichtung ist in puncto fachliche Beratung erster Ansprechpartner für die Projektgruppe. Gleichzeitig profitiert er von der Initiative: „Ehrenamtler ergänzen die Arbeit der professionellen Mitarbeiter bestens. Denn auch wir können nicht alles leisten“, erklärt er.

Das Projekt „Willkommen“ schließt unmittelbar an die von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen ins Leben gerufene Initiative „70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen“ an. „Wir möchten Kontakt zu den Menschen aufnehmen, die gerade aus diesen Gründen – auf der Suche nach Frieden und Freiheit – ihren Weg zu uns nach Aachen gefunden haben. Damit sie hier neue Wurzeln schlagen können“, erklärt Hans-Joachim Geupel, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen.

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