Ehrenamt: Von der Flüchtlingshilfe zum Kletterkurs

Von: Kristina Toussaint
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Höhere Ziele anvisieren: Beim Tag des Ehrenamtes ließ der Deutsche Alpenverein auf dem Aachener Markt Kinder in luftige Höhen klettern. Foto: Andreas Schmitter
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Bestens präpariert: Viele Vereine – hier ein Naturmuseum – präsentierten Ausstellungsstücke aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Foto: Andreas Schmitter
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Einmal am Lenkrad eines Rettungsbootes sitzen: Die DLRG erfüllte vielen potenziellen Nachwuchs-Ehrenamtlern diesen Wunsch. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Goldenes Herbstwetter und offene Geschäfte – am vergangenen Sonntag gab es ohnehin genügend Gründe, durch die Aachener Altstadt zu schlendern. Wer sich jedoch ab 11 Uhr rund um Rathaus, Dom und Elisengarten tummelte, wurde zwischen den Ständen von über 180 Vereinen auch noch um die Erkenntnis reicher, dass es für jeden einen „guten Zweck“ gibt, für den sich ein Engagement lohnt.

„Ohne Ehrenamt würde vieles in der Stadt gar nicht funktionieren“, betonte Oberbürgermeister Marcel Philipp in der strahlenden Mittagssonne auf dem Katschhof. Er freue sich, dass die Arbeit der über 80.000 ehrenamtlich tätigen Bürger an diesem vierten Aktionstag „Ehrenwert“ wieder einmal für alle sichtbar werde.

Querbeet durch die unterschiedlichsten Bereiche reicht das Engagement der vertretenen Vereine. „Sport, Karneval, karitative Vereine – es gibt nichts, was es nicht gibt“, umschrieb Heiko Hartleb vom städtischen Büro für Ehrenamt das Angebot treffend.

Die Flüchtlingsaufnahme ist wohl aktuell das Erste, was jedem in Sachen ehrenamtliches Engagement in den Sinn kommt. Die „stabile Grundstimmung“ zu diesem Thema in seiner Stadt lobte der Oberbürgermeister – und betonte, wie gut die Selbstorganisation in den Vereinen funktioniere. Diese schafften es, die positive Haltung auch in Taten umzusetzen. Neben dem Café Zuflucht und dem Projekt „unserAC.de“ engagiert sich in diesem Bereich unter anderem auch der Katholische Verein für soziale Dienste (SKM). Für das Projekt „Aachener Hände“ sucht der Verein weiterhin Patinnen und Paten für minderjährige Flüchtlinge.

Nicht nur für Flüchtlingskinder, sondern für alle Kinder, die zum Beispiel durch Bedürftigkeit oder ein erlebtes Trauma in Not sind, leistet der Verein Nele und Hanns Bittmann Hilfe. Der 2006 nach dem Unfalltod des Ehepaars Bittmann aus der AZ-Aktion „Menschen helfen Menschen“ hervorgegangene Hilfsfonds unterstützt Kinder und Jugendliche unter anderem mit Nachhilfe- und Therapiestunden, sprachlicher und sportlicher Förderung.

Auch das Engagement der Aachener Studierendenschaft kann sich sehen lassen: Über den Verein Ingenieure ohne Grenzen helfen vor allem junge Menschen beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Nepal – oder sie versuchen, nachhaltig Wissen und Knowhow unter anderem nach Bolivien weiterzugeben. Die Regionalgruppe des Vereins, dem sich übrigens auch alle Nicht-Ingenieure anschließen können, arbeitet dabei nach der Überzeugung „Bildung bleibt“.

Viele Vereine beschränkten sich am Aktionstag „Ehrenwert“ nicht nur auf das reine Informieren, son- dern boten vor allem für Kinder diverse Attraktionen: Auf dem Markt konnte beim Deutschen Alpenverein geklettert werden, die DLRG stellte ein echtes Rettungsboot zur Besichtigung bereit – und auf dem Parcours des Geländefahrradvereins Aachen galt es, verschiedene Rampen, Wippen und Treppen mit dem Mountainbike zu bezwingen.

Auf dem Katschhof konnte Judo und Aikido ausprobiert werden, am Elisenbrunnen eine Runde Minigolf gespielt oder bei einem Erste-Hilfe-Kurs der Malteser teilgenommen werden. Tanzgruppen wie die Bats, die Cheerleader der Aachen Vampires und Bands wie die Oecher Börjerwehr machten Stimmung auf vier Bühnen.

Beste Voraussetzungen also, um das Ehrenamt in Aachen zu ehren – und hoffentlich viele neue Ehrenämtler zu gewinnen.

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