Aachen - Ehefrau mit Baseballschläger traktiert?

Ehefrau mit Baseballschläger traktiert?

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Es war offenbar das Ende eines Ehe- und Familiendramas, das wie so oft in jüngster Zeit grausam und blutig ausging.

Am 5. Februar dieses Jahres, so hieß es in der am Montag vor der Aachener Schwurgerichtskammer verlesenen Anklageschrift, habe der 36-jährige Shyok R. seine Ehefrau auf der Schurzelter Straße mit einem Baseballschläger heimtückisch überfallen und beinahe totgeschlagen.

Die 35-jährige Imra J., von Beruf Architektin und Mutter eines Sohnes sowie eines Mädchens, hatte in einem Supermarkt eingekauft und wollte gegen 17.15 Uhr zurück nach Vaals radeln, als sie von ihrem Ehemann überfallen und von hinten niedergeschlagen wurde.

Die Schläge auf den Kopf trafen sie so hart, dass sie vom Rad stürzte und dann wehrlos auf dem Asphalt lag. Der hasserfüllte Ehemann schlug laut Anklage erneut auf ihren Kopf und Körper ein. Bei Abwehrversuchen brach er ihr einen Arm, so hart waren die Hiebe des US-Amerikaners.

Rettung nahte zum Glück durch einen beherzten Zeugen, der das Geschehen bemerkte und auf den Täter los­stürmte. Auch er bekam die volle Wut des Angreifers ab, wurde gebissen und bekam einen Schlag ins Gesicht, als er den Mann aufhalten wollte. Der Täter flüchtete in seinem Wagen, wurde später nach Mitternacht in Mönchengladbach festgenommen.

Das Opfer berichtete am Montag, wie in dieser Ehe – der Angeklagte war Betreuer in einer Aachener Behinderten-Organisation – nach der Geburt des ersten und dann noch massiver nach der Geburt des zweiten Kindes immer mehr Gewalt von Seiten des Ehemanns ausging, wie sie sich dann trennen wollte, auszog und schließlich immer wieder versucht hatte, die Trennung einvernehmlich über die Bühne zu bringen.

Das Paar war 2012 von Burtscheid in ein Haus in Vaals gezogen, das es gekauft hatte. Eigentlich habe alles gut ausgesehen, nach außen sei man eine tolle Familie gewesen, berichtete die Mutter am Montag gefasst und mit klaren Worten. Doch die Ausfälle des Ehemanns, der aus einer vor Jahrzehnten in Berlin stationierten US-amerikanischen Soldatenfamilie stammt, wurden schlimmer und schlimmer.

Zu Hause sei er unberechenbar gewesen, aus nichtigen Anlässen habe er unkontrollierte Wutanfälle bekommen, habe sie geschlagen und auch das Mädchen angegriffen. Sie ging nach Maastricht ins Frauenhaus, war erst im Januar zurück ins Haus gekommen. Wenn sie nicht zurückkomme und ihm die Kinder lasse, werde er sie, die Kinder und sich umbringen, hatte er mehr als einmal gedroht.

Der Prozess wird am 19. August fortgesetzt.

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