Eden als Live-Arena für Oper und Sport

Von: Günter H. Jekubzik
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Wollen jetzt auch mit Live-Ubertragungen neues und junges Publikum ins wiedereröffnete Eden locken: Willi und Leo Stürtz (rechts) starten am Freitag im traditionellen Haus an der Franzstraße durch. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Obwohl es viel zu tun gab, war das Aachener Traditionskino Eden nur kurz geschlossen. Nach einem Wechsel bei den Betreibern öffnen sich am Freitag wieder die Pforten zum Filmtheater in der Franzstraße.

Das Innenleben ist generalüberholt, das Programm wird sich ändern. Über die Pläne, Programme und das Aachener Publikum sprach die AZ mit den Kinomachern Leo und Willi Stürtz.

Rund 60 Jahre nach der ersten Eröffnung heißt es am Freitag „Eden reloaded”. Nach dem Ende der Ufa-Zeit, die dem Kino die letzte Renovierung ermöglichte, wechselten die Betreiber häufiger. Zuletzt sahen sich die Familien Ralf Biedermann und Anton Bimmermann nach vier Jahren aufgrund einer Mieterhöhung gezwungen aufzugeben.

Nun zieht ein Nachbar ein: Leo Stürtz übernahm zuvor - auch von der Ufa - das Multiplex im Kapuziner-Karree. Damit bespielt die Familie Stürtz nun 21 Säle im Raum Aachen: ihr Traditionshaus an der Rathaus-Straße in Alsdorf mit vier Sälen, um die Ecke den Cinetower mit drei, dazu in Aachen das Cinekarree, das jetzt als Teil eines NRW-Theaterverbandes Cineplex heißt, mit neun und nun das Eden mit fünf Filmsälen.

Leo Stürtz, der als erfahrener Kinomacher den Markt genau beobachtet, meint, man könne „im Moment alle Leinwände sinnvoll bestücken”. Es gibt aber auch eine neue Entwicklung: „Ich kann mir vorstellen, mal eine Oper im Eden aus der Met zu übertragen oder ein Sportereignis live in 3D.” Das sei ein Mehrwert, der die kostspielige Umstellung auf digitale Filmprojektoren rechtfertigt.

Die Zukunft wird also tatsächlich dreidimensional sein, und eine alte Jahrmarkts-Attraktion soll Standard werden: „Dieses Jahr gibt es 15 bis 20 Produktion in 3D, wovon zehn Blockbuster sind. Bundesweit soll es einen kontrollierten Rollout geben”, weiß der Experte. Dann werden die Kinobetreiber genau gucken, wie das Publikum reagiert.

Zurück zum Eden, in dem viele Aachener ihre ersten Filme gesehen haben. Die ersten Kinoerlebnisse der Brüder Stürtz gab es selbstverständlich im Alsdorfer Familienkino - dem Kino der eigenen Familie. „Im alten Gloria liefen Schwarzweiß-Filme, Zorro, Dick und Doof, Chaplin und die Märchenfilme von Grimm. Wir durften das Kino danach aber nicht verlassen, wenn der Saal nicht sauber war,” erinnert sich Leo Stürtz.

Und die nächste Generation ist schon am Start: Moritz (18) und Sebastian (21), die Söhne von Leo Stürtz, wollen weiter Kino machen. Der Geschäftsführer von Cineplex und Eden betont zudem, dass seine Kino-Arbeit in Aachen nicht ohne die Unterstützung seiner Frau Ulrike möglich sei.

Familienkino ist auch das Stichwort für die Zukunft: „Es gibt den Pillenknick, da muss ich sehen, wie ich das Publikum wieder ins Kino bekomme. Die Filme beim Frühstückskino werden sehr gut angenommen, ältere Herrschaften finden das ganz toll.” Dass die Familie Stürtz ein Gefühl für ihr Publikum und einen langen Atem hat, ist seit Generationen zu sehen.

Die Mietvereinbarung für das Eden läuft nun auch gleich zehn Jahre, dem festangestellten Personal hielt man die Treue. Gutes Kino ist die Konstante, egal ob im Lichtspielhaus oder im Multiplex. Die Entscheidung wird den Kinogängern leicht gemacht, die Kassensysteme sind miteinander verbunden, wobei die Karten für das Eden etwas günstiger bleiben werden.
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