Aachen - EC-Karten: Ganove reagiert schnell und findet neuen Trick

EC-Karten: Ganove reagiert schnell und findet neuen Trick

Von: Joachim Rubner
Letzte Aktualisierung:
EC-Karten
Es gibt offenbar noch Fälle, in denen EC-Karten von Geldautomaten verweigert wurden. Foto: dpa

Aachen. Ganoven schlafen nicht und finden immer wieder neue Methoden, ehrlichen Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Die neueste Masche ist ein Betrug, der sich jetzt in Hessen ereignete, einiges Aufsehen erregte und vor dem Erich Timmermanns, Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Aachen, warnt, dass andere Ganoven diesen neuen Trick auch in Aachen versuchen könnten. Bekanntlich sind rund 30 Millionen EC- und Kreditkarten in Deutschland seit Jahresbeginn von einem technischen Problem betroffen.

Der Mikrochip auf den Karten kann die Jahreszahl 2010 nicht richtig verarbeiten, weswegen viele Bank- und Sparkassenkunden vorübergehend kein Geld mehr abheben oder nicht mehr mit der Karte im Geschäft zahlen konnten. Diesen Unglücksfall nutzte jetzt ein Betrüger hinterhältig aus: Eine Kundin eines Geldinstituts teilte ihrer Filiale mit, dass ein junger Mann bei ihr zuhause war, der sich als Mitarbeiter der Bank ausgab.

Der Täter hatte die Kundin offensichtlich während eines Filialbesuchs beobachtet und sie dann gezielt aufgesucht. Er sprach die Kundin selbstsicher an und sagte, dass sie in der Bank gewesen sei und die Bank jetzt - wie in allen Medien berichtet - die defekten EC-Karten einsammeln würde, um sie dann später gegen neue Karten auszutauschen. Die Frau jedenfalls gab dem Unbekannten ihre EC-Karte, wahrscheinlich sogar mit Pin-Nummer, da der Betrüger ihr sagte, die Karten müssten beim Hersteller neu bestellt werden und dafür müssten alle Daten, auch die Pin-Nummern, bekannt sein.

„Es handelt sich hier um eine ganz besonders dreiste Masche eines Ganoven, der die momentane Situation mit EC-Karten ausnutzt, um diesen Betrug zu begehen”, ist Timmermanns empört.

Der Aachener Polizei sind Fälle dieser Art bisher hier nicht bekannt, aber auch sie warnt ganz eindringlich vor Leichtgläubigkeit und hält ein Übergreifen dieses Tricks auf Aachen für möglich. Polizeisprecher Michael Houba: „Betrüger und Trickdiebe sind sehr schnell, wenn es darum geht, aktuelle Situationen auszunutzen.” Der Fachmann rät dringend, keinem Fremden die eigene EC-Karte auszuhändigen.

Gerade ältere Leute sind gerne Opfer derartiger Ganoven, gerade ihnen rät Houba nochmals auf gar keinen Fall einen Fremden in die Wohnung zu lassen. „Wenn es irgendwelche Zweifel oder einen Verdacht gibt, empfehle ich unseren Notruf-Nummer 110 zu wählen.” Es sei absolut unüblich, dass Geldinstitute Hausbesuche machten. „Banken und Sparkassen verschicken Briefe”, so der Sprecher der Polizei.
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