Ealing Youth Orchestra aus London in der Nikolauskirche

Von: Thomas Beaujean
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Benefizkonzert: Das Ealing Youth Orchestra aus London spielte jetzt vor großem Publikum zugunsten des Förderkreises Schwerkranker Kinder in der Citykirche St. Nikolaus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es war ein imposanter Anblick, den die 70 jungen Musikerinnen und Musiker des Ealing Youth Orchestra aus London bei ihrem Auftritt in der gut gefüllten Citykirche St. Nikolaus boten. Unter der Leitung von Leon Gee gaben sie ein Konzert zugunsten des Förderkreises Schwerkranke Kinder in der Region Aachen.

So ließ es sich Annemarie Priem vom Vorstand des Förderkreises zu Beginn des Konzertes nicht nehmen, dem Ensemble für diesen Einsatz zu danken und für die gute Sache zu werben.

Nun ist die Citykirche, die man endlich wieder mit geöffnetem Chorraum bewundern konnte, wegen ihrer halligen Akustik nicht unbedingt ein geeigneter Ort für ein Orchesterkonzert in großer Besetzung. Zum einen geht vieles an Details verloren, zum anderen sind die Bläser gegenüber den Streichern klanglich dermaßen bevorteilt, dass der Einsatz der Streicher häufig nur noch zu sehen, aber nicht zu hören ist. Das wurde überdeutlich in Peter Tschaikowskys Fantasieouvertüre Romeo und Julia.

Auf der Strecke geblieben

In den Kampfmusikstellen blieben nicht nur die Parteigänger der Montagues und der Capulets auf der Strecke, sondern der gesamte Streicherapparat des Orchesters. Leon Gee ließ das schwer gepanzerte Blech dermaßen fröhlich lärmen, dass es für die Hörer in der Kirche bisweilen grenzwertig war. Gee hatte ein äußerst ehrgeiziges Programm zusammengestellt, das den jungen Musikern im Alter von 13 bis 19 Jahren, die aus verschiedenen Londoner Schulen einmal wöchentlich zu einer Probe zusammenkommen, überaus anspruchsvolle Aufgaben stellte. So war neben Tschaikowskys Fantasieouvertüre als weiteres großes Orchesterwerk Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ in der Orchesterfassung von Maurice Ravel zu hören.

Man mag sich darüber streiten, ob diese Auswahl einem solchen Jugendorchester angemessen ist, in dem naturgemäß die individuellen instrumentalen Fertigkeiten der einzelnen Spieler sehr unterschiedlich sind. So waren denn die beiden ruhigeren Stücke, die zauberhafte Tondichtung „Walk to the paradise garden“ von Frederick Delius und Max Bruchs „Kol Nidrei“ für Cellosolo und Orchester die gelungensten Programmpunkte, zum einen, weil sie der Akustik der Kirche mehr entgegenkamen, zum anderen, weil sie den spieltechnischen Fähigkeiten der Musiker am ehesten entsprachen. In Bruchs „Kol Nidrei“ spielte die gebürtige Aachenerin Milena Albrecht den Solopart mit schönem, rundem und ausdrucksvollen Ton und bemerkenswert sicherer Intonation. Das war imponierend. Am Ende gab es viel Beifall für die jugendlichen Musiker und den jungen Dirigenten.

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