Aachen: Vier neue E-Bussen bis April 2018

E-Busse rollen mit Verspätung an

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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In Sachen Zeitplan ein Stück weit aus der Spur: Wegen eines Großbrandes beim Hersteller treffen die bereits im Herbst erwarteten vier neue Elektrobusse erst im Frühjahr 2018 ein. Foto: Aseag

Aachen. Im vergangenen Sommer war bei der Firma Sileo in Salzgitter buchstäblich Feuer unterm Dach. Der enorme Sachschaden wirkte sich bis ins Dreiländereck aus: Wichtige Komponenten zur Herstellung von vier Elektrobussen, die zur Jahresmitte 2017 eigentlich nach Aachen rollen sollten, fielen den Flammen zum Opfer.

Die Aseag sah sich gezwungen, in Sachen Neuanschaffung auf die Bremse zu treten, wie Vorstand Michael Carmincke jetzt im Mobilitätsausschuss des Rates erläuterte. Voraussichtlich sollen die E-Busse nun im April kommenden Jahres die örtlichen Haltestellen ansteueren, im Juni 2018 sollen nochmals acht Fahrzeuge mit Batteriebetrieb folgen.

Zwar habe der Vertragspartner die Lieferung von zunächst zwei Gefährten bis November dieses Jahres zwischenzeitlich dennoch in Aussicht gestellt, erklärte Carmincke. Diese aber hätten dem Standard des bislang ersten Busses, der seit einiger Zeit bereits auf Linie 33 unterwegs ist, nicht entsprochen. Deshalb würden die Fahrzeuge nun zunächst entsprechend nachgerüstet – womit die Stadt in gewisser Weise aus der Zeitnot in Sachen Luftreinhaltung eine technologische Tugend machen könnte. Unter anderem sollen die neuen Busse im Zuge der technischen Weiterentwicklung nämlich über erheblich leistungsfähigere Batterien verfügen.

Vor allem die Grünen drängten freilich darauf, in Sachen Elektrobusse weiter Gas zu geben. Das sei schon deshalb zwingend, weil die erforderlichen Millioneninvestitionen aus dem Subventionspaket des Bundes nur bis Ende 2018 bereitstünden, sekundierte die SPD. Carmincke riet dennoch mit Nachdruck, den nachhaltigen Umstieg zwar zügig, aber nicht „überhastet“ anzugehen. „Wir sollten bedenken, dass die Fahrzeuge nicht serienerprobt sind und immer Kinderkrankheiten auftreten können“, warnte er. Deshalb müssten genügend Reservebusse vorgehalten werden, damit die rote Flotte im Falle des (Aus-)Falles nicht ausgebremst werde.

Elektrische Antriebe

Für hoch riskant halte er den ambitionierten Plan der Stadt Wiesbaden, betonte der Aseag-Chef; die hessische Hauptstadt will ihre gesamt Busflotte bis Anfang des kommenden Jahrzehnts auf elektrische Antriebe umstellen.

Vertagt wurde im Ausschuss unterdessen die Erörterung eines gänzlich anderen Projektes, das wohl erst einmal ein gerichtliches Nachspiel haben wird. Nach wie vor liegt die Verwaltung im Clinch mit einem Bauunternehmen, das vor einigen Jahren 33 Einfamilienhäuser nahe der Erzbergerallee gebaut hat. Die Erschließung der kleinen Siedlung in der heutigen Christian-Quix-Straße übernahm seinerzeit die Stawag.

Kurz vor Ablauf der einschlägigen Vierjahresfrist schickte die Stadt der Firma eine Mahnung: Für den Anschluss ans Kanalnetz sei noch eine Rechnung über mehr als 35.000 Euro offen. Das Unternehmen winkte ab mit Hinweis auf die vertraglich vereinbarte Zahlungsfrist – die nämlich sei inzwischen abgelaufen. Die Verwaltung zog prompt in Erwägung, die fälligen Kosten notfalls auf die Hauseigentümer umzulegen. Ob es soweit kommt, ist aber höchst fraglich. Selbst wenn die Stadt den Rechtsstreit verlieren sollte, müsste geklärt werden, wer die Rechnung letztlich zu begleichen habe.

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