Dutch Mountain Film Festival: Einstimmung über Aachens Dächern

Von: Peter Schopp
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Schwindelerregende Performance in 14 Metern Höhe: Zur rechten Einstimmung aufs Dutch Mountain Film Festival zeigten die Seiltanz-Virtuosen von Rad Pack Projects ihr Können am Apollo-Kino. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Nein – völlig abgehoben sind die Verantwortlichen des Dutch Mountain Film Festivals nun wirklich nicht. Und dennoch schickten sie zur Auftaktveranstaltung am Mittwochabend vor dem Apollo-Kino an der Pontstraße die Artisten von Rad Pack Projects in luftige Höhen.

Die Highliner liefen in 14 Meter Höhe übers Seil, natürlich gesichert. Trotzdem ein eindrucksvoller Einstieg in ein Filmfestival, das seit sieben Jahren veranstaltet wird und mittlerweile in der Szene rund um den Bergfilm fest etabliert ist.

„Wir möchten mit der Veranstaltung die Eindrücke aus der Bergwelt in unsere Breitengrade holen“, unterstreichen Toon Hezemans und Thijs Horbach vom Festival (DMFF) ihre Absicht. Ihnen schwebt dabei nicht die Eindimensionalität des Dokumentar-Kletterfilms vor, sondern sie möchten zeigen, welche Themen es rund um die Welt der Berge noch gibt. Die Bandbreite erstreckt sich über Artistik, philosophische Ansätze, Humor, Kultur, Sport und Umwelt bis hin zum klassischen Kletterfilm – ein schier endloses cineastisches Feld.

Da erstaunt es nicht wirklich, dass am eigentlichen Hauptveranstaltungstag in Kerkrade ungefähr 50 Filme unterschiedlicher Länge in vier Kinosälen gezeigt werden. Es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, die Filmprojektoren drehen sich den ganzen Tag von 13 bis 23 Uhr. Und immer im Zentrum: Menschen in der Auseinandersetzung mit seinen Grenzen. Grenzen körperlicher, athletischer oder konditioneller Art, aber ebenso wichtig sind den Machern die Grenzen im Kopf.

Norbert Balser, Vorsitzender der Sektion Aachen des Deutschen Alpenvereins und Mitveranstalter, stellt klar: „In Zeiten, in denen immer mehr Länder immer mehr Grenzen wieder aufbauen, möchten wir den anderen Weg beschreiten. Durch die überregionale Organisation des Festivals ist das von jeher bereits eine Selbstverständlichkeit, wir wollen da noch einmal deutlich Position beziehen“. Schließlich käme es auch in der Auseinandersetzung mit der Natur immer auf ein funktionierendes Miteinander an, ohne die Unterstützung des Anderen könnten Menschen nichts ausrichten.

Wie das aussehen kann, schilderte gleich der erste Film, der an diesem Abend zur Eröffnung gezeigt wurde. In dem Kurzfilm „The Flying Frenchies Back To The Fjords“ macht sich eine Gruppe junger Artisten, Clowns, Ingenieure, Musiker und Weltenbummler im Tourbus auf den Weg in die Welt der Fjorde nach Norwegen. Die 26 Protagonisten brennen ein Feuerwerk an sportlichen Höchstleistungen, grandiosem Humor, unfassbaren Ideen und gleichzeitig unglaublicher Homogenität untereinander ab. Ein Plädoyer für das Miteinander. „Simply the worst“ von den Dresdenern Franz Müller und Johannes Kürschner ist überdrehter Humor pur, der Weg im Trabi von Dresden in die hohe Tatra bietet viel Raum für Nonsens. Den Abschluss des ersten Festivaltages bildete „Citadel“, der Dokumentarfilm über die Erstbegehung der 1200 Meter langen Nordwestwand dieses Gipfels in Alaska und zeigte die ganze Faszination von Natur und sportlicher Höchstleistung, aber auch das Abwägen und Akzeptieren menschlicher Grenzen.

Am 10. Februar geht es weiter im Festivalprogramm. Highlining, und die Weltpremiere eines Films über das einzige Bergdorf der Niederlande – Vijlen hinter Vaals – stehen dann ebenso auf dem Programm wie die Vorstellung des diesjährigen Siegerfilms, bevor am 11. Februar 50 Filme, Diskussionsrunden, Workshops und Fotoausstellungen in Kerkrade besucht werden können. Am 12. und 13. Februar ist Heerlen Veranstaltungsort für ein Künstlergespräch und Filmvorführungen.

Den Abschluss bildet dann am Mittwoch, 15. Februar, ab 19 Uhr die Präsentation der beiden Siegerfilme von 2016 und 2017 sowie ein Dokumentarfilm über die Expedition von Familienmitgliedern von 13 Bergsteigern, die vor 30 Jahren am K 2 im Himalaya ums Leben kamen .

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