Durchaus erfreuliche „Überfälle” auf Radler

Von: Andreas Gabbert
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Mit der Polizei im Gespräch: Radfahrer Helge Egener zum Beispiel ließ sich gern von den Polizeihauptkommissaren Günter Derks (links) und Walter Stelzen (rechts) informieren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Aufmerksamkeit der Passanten war den Polizeibeamten in der Burtscheider Fußgängerzone gewiss. „Ist was passiert?”, „Gab es einen Überfall?”, „Ist wieder einer ausgebrochen?”, lauteten die Fragen neugieriger Passanten. Die Leute konnten beruhigt werden, die Beamten hatten vor allem rücksichtslose Radfahrer im Visier.

Die Stadt Aachen will das Fahrradfahren mit verschiedenen Maßnahmen fördern. „Heute geht es um die Rücksichtnahme in Fußgängerzonen und die Verkehrssicherheit der Räder, deshalb veranstalten wir hier einen Aktionstag mit der Polizei”, erläuterte Dr. Stephanie Küpper, Leiterin des Projektes „FahrRad in Aachen”.

Radfahrer, die sich nicht an die geltenden Verkehrsregeln hielten, wurden ermahnt. Aber auch die Fahrradfahrer, die sich vorschriftsmäßig verhielten, wurden angesprochen und über das richtige Verhalten in Fußgängerzonen, die Verkehrssicherheit ihres Drahtesels und über sinnvolle Schutzkleidung informiert. Außerdem wurde ein im Rahmen des Projektes „FahrRad in Aachen” entwickelter Flyer verteilt, der über die Durchfahrtmöglichkeiten in allen Aachener Fußgängerzonen informiert. Der Flyer ist unter http://www.aachen.de/fahrrad abrufbar.

Die Reaktionen waren gemischt. Einzelne beschwerten sich über die Ärgernisse, mit denen man als Radfahrer zu tun hat, und berichteten von den Reaktionen, die sie bei Fußgängern auslösen. Andere freuten sich über die Präsenz der Polizei, so wie Helger Egener, der gerade zufällig mit seinem Rad vorbei kam: „Ich finde die Aktion sehr gut. Vor allen Dingen auch die freundliche Art und Weise, mit der die Leute angesprochen werden.”

Für Polizeihauptkommissar Hans-Dieter Wisniewski und seine Kollegen vom Verkehrskommissariat 12 sind Aktionen in Kooperation mit der Stadt immer eine willkommene Gelegenheit, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. „Wir nutzen gerne die Chance, Leute gezielt anzusprechen und zu informieren”, erklärte Wisniewski. Aus seiner Sicht vertragen sich die Fußgänger und Radfahrer in den Aachener Fußgängerzonen recht gut. Er ist froh, dass es in den Fußgängerzonen keinen Unfallschwerpunkt gibt. Unfälle mit Radfahrern ereigneten sich eher an Ausfallstraßen, Kreuzungen und Grundstücksausfahrten.

Kräfte des Ordnungsamtes waren ebenfalls vor Ort. Rund 500 Radfahrer haben die beiden Mitarbeiter, die täglich in der Burtscheider Fußgängerzone unterwegs sind, in den vergangenen Monaten angesprochen. „In der Regel lässt sich das kommunikativ lösen”, weiß der Leiter des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes, Armin Bergstein.

Die gemeinsame Aktion von Polizei und Stadt war nicht die erste Maßnahme des Projektes „FahrRad in Aachen”. Seit Anfang vergangenen Jahres gibt es regelmäßig Aktionen in verschiedenen Schulen. Seitdem ist dort die Zahl der Schüler, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Schule kommen, um 23 Prozent gestiegen. Im Mai präsentierten sich Vereine und Organisationen beim 1. Aachener Fahrradtag, und Ende Oktober gab es eine „Lichtaktion” am Elisenbrunnen.

Das Projekt soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. Wenn also mal wieder mehrere Polizisten in einer Aachener Fußgängerzone unterwegs sind, heißt das noch lange nicht, dass es irgendwo einen Überfall gab oder dass wieder Ausbrecher unterwegs sind...
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