Aachen - Durch Augen der Tiere gesehen: Ausstellung in den Aachen Arkaden

Durch Augen der Tiere gesehen: Ausstellung in den Aachen Arkaden

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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"In Facto": Künstlerin Andrea Zang zeigt Beeindruckendes in der Galerie des Kunstwerks in den Aachen Arkaden an der Trierer Straße. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Es geht ihr nicht um die Entstehung von Tatsachen, sondern das, was Andrea Zang in ihrer aktuellen Ausstellung in der Galerie im Kulturwerk zeigt, sind Tatsachen. Unter dem Titel „In Facto“ präsentiert Zang Gemälde, Objekte und Installationen. Auffallend ist dabei, dass der Betrachter auf ihren großformatigen Acrylbildern überwiegend Tiere sieht, die allesamt mit ihrer Körperhaltung der der Menschen in nichts nachstehen.

„Tiere sind Menschen. Den Menschen kann man künstlerisch nicht verallgemeinern, aber durch ein Tier ist das möglich. Somit entsteht eine Distanz zwischen Betrachter und Bild“, erzählt Zang. Innerhalb ihrer Arbeiten zeigt sie alltägliche Situationen auf, bewertet diese aber nicht. Den sprichwörtlich erhobenen Zeigefinger findet man bei ihr nicht.

Vielmehr geht es der Künstlerin aus Bergisch-Gladbach darum, gesellschaftliche Gegebenheiten darzustellen und den Betrachter zum Nachdenken anzuregen. So zeigt eines ihrer Werke einen Wolf, der ein Schaf füttert. Die Situation an sich wirkt liebevoll und fürsorglich. „Aber man weiß eben nicht, ob das gut geht, oder nicht“, ergänzt Zang, die sich innerhalb dieses Bildes mit der Inklusion auseinandersetzt.

Eine ganz besondere Installation zieht dabei die Blicke immer wieder aufs Neue auf sich. Auf einer kleinen, sich drehenden Scheibe sitzen viele kleine, genähte Tiere. An einer bestimmten Stelle wirkt es so, als erhielten sie eine Spritze, dersen Schlauch mit einem Tropf verbunden ist.

Andrea Zang thematisiert unter dem Titel „Totemtierversuch“ die Auseinandersetzung mit dem Totemkult. Totemismus ist eine ursprüngliche Form von Religion, eine elementare Weltanschauung. Das Totem ist zugleich Symbol für ein höheres Wesen und mit Totemtieren drücken die Mitglieder einer Gesellschaft ihre Identität und ihre Gruppenzugehörigkeit aus. Durch die vielen Jahrhunderte, in denen sich die Menschen nicht um ihre Totemtiere gekümmert haben, sind diese zu rudimentären Überbleibseln degeneriert.

Die Frage ist nun: Können sie durch pharmazeutische Intervention wieder zurückgebildet werden und dadurch zu ihrer ursprünglichen Größe wiederfinden? Zang liefert den Besuchern Denkanstöße. So widmen sich viele ihrer Gemälde dem Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau und dem damit einhergehenden Stellenwert der Emanzipation. „In Facto“ ist eine Ausstellung, die es auf spannende Art und Weise schafft, menschliches Verhalten tiefgründig zu hinterfragen, ohne dass sich dabei die menschliche Spezies selbst auf den Schlips getreten fühlt.

Die Ausstellung „In Facto“ von Andrea Zang ist bis zum 25. Februar in der Galerie des Kulturwerks in den Aachen Arkaden, Trierer Straße 1, zu sehen.

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