Aachen - Dumm gelaufen: Falsche Auskunft freut nur die Raben

Dumm gelaufen: Falsche Auskunft freut nur die Raben

Von: Stephan Mohne
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Alles Müll: Wegen einer Falschauskunft der Stadt feierten die Tiere vor dem Haus von Georg Bongartz ein Festmahl. Foto: Michael Jaspers
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Am Pontdriesch ist in den vergangenen Tagen ein regelrechtes Altglaslager entstanden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Georg Bongartz hat Gäste. Ungebetene allerdings. An der Einfahrt zu seinem Grundstück am Chorusberg feiern an diesem Dienstagmorgen die Raben ein Festmahl. Sie wühlen sich durch den Müll, der da überall herumliegt. Und auch andere Tierchen dürfte die Sauerei erfreuen. Das Ganze ist indes die Folge einer glatten Falschauskunft seitens der Verwaltung.

Das kam so: Georg Bongartz hat eine 60-Liter-Tonne mit schwarzem Deckel. Sie wird dem bisherigen System der Müllabfuhr entsprechend wöchentlich geleert. Eigentlich gibt es sie seit 1. Januar offiziell jedoch gar nicht mehr. Dem neuen Konzept der Abfallwirtschaft folgend, soll diese Tonnenart ersetzt werden durch eine doppelt so große 120-Liter-Tonne, die dann alle 14 Tage geleert wird.

Der Tonnentausch, dessen erste Etappe derzeit auf Hochtouren läuft, hat bei Bongartz am Chorusberg jedoch noch nicht stattgefunden. Deswegen rief der Experte für musikalische Kunst- und Sammlungsgegenstände und Vater des Stargeigers David Garrett vergangene Woche vorsichtshalber mal bei der Verwaltung an, um nachzufragen, ob die prall gefüllte Tonne denn nun erstmal weiterhin ganz normal freitags geleert werde. Was man am anderen Ende der Leitung bejahte. Also: Tonne raus. Nur: die Müllabfuhr kam nicht. Also: Tonne wieder rein.

Extra nochmal nachgefragt

Bongartz griff abermals zum Telefonhörer und wollte wissen, wie es denn nun weitergehe. „Der Mitarbeiter hat mir gesagt, ich solle die Tonne am Montag wieder herausstellen. Zusätzlich angefallenen Müll solle ich in Plastiktüten füllen und dazustellen.“

Und: Die Müllabfuhr komme dann bis Freitag, um alles abzuholen. Bis Freitag? Bongartz fragte lieber nochmal nach, ob das denn seine Richtigkeit habe. Was bejaht wurde. Also: Tonne wieder raus. Und Plastiksack noch dazu. Doch es kam, wie es kommen musste. Montag kam die Müllabfuhr nicht. Bongartz ließ aber wie von der Verwaltung vorgegeben alles stehen. Am Dienstagmorgen nun war der Müll nicht mehr im Sack, den vermutlich Tiere aufgerissen und den Inhalt breit gestreut hatten. Nun wurde Georg Bongartz durchaus ärgerlich.

Eine Nachfrage bei der Verwaltung seitens der AZ ergab Folgendes: Die Auskunft des städtischen Mitarbeiters war schlicht falsch. „Nicht geleerte Tonnen werden erst wieder am nächsten Abholtag geleert. Und auch erst dann hätten die Säcke dazugestellt werden sollen“, so Rita Klösges vom Presseamt. Es handele sich um einen bedauerlichen Fall, der jedoch eine Ausnahme und nicht die Regel darstelle. Dennoch ist das auch für die Stadt ärgerlich, ist doch der Unmut hinsichtlich der Umstellung der Müllabfuhr und der Gebühren schon groß genug.

Für Georg Bongartz bedeutete das: Tonnen wieder rein. Aber immerhin: Die Verwaltung versprach, noch am Dienstag ein Team vorbeizuschicken, das den herumliegenden Müll entfernen sollte.

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