Dubiose Beutelschneiderei mit Heckenschere an der Haustür

Von: mh
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Aachen. Am Ende war ihr Garten leidlich hergerichtet, die Hecke vor dem Haus der älteren Dame am Seffenter Weg um ein paar Zentimeter heruntergeschnitten.

Vor allem aber klaffte eine riesige Lücke in ihrer Haushaltskasse. Aus gegebenem Anlass warnt die Polizei daher einmal mehr davor, sich buchstäblich zwischen Tür und Angel auf handwerkliche Dienstleistungen aller Art einzulassen.

Die Kripo ermittelt nun gegen drei Männer, die in der vergangenen Woche bei besagter Seniorin auf der Matte standen, um vermeintlich preiswerte Gartenarbeiten anzubieten. „Sie gaben sich als Mitarbeiter einer Firma aus Eschweiler aus. Letztlich konnten sie mir allerdings nicht einmal eine Visitenkarte hinterlassen”, berichtete das Opfer der AZ.

Dennoch habe sie mit dem mutmaßlichen Chef des Trios eine „voraussichtliche” Vergütung von rund 200 Euro vereinbart - je nach Dauer der Aktion könne der Tarif ein wenig variieren, beschied man ihr.

„Dann sind zwei der drei Männer erst einmal verschwunden - angeblich, weil sie eine Heckenschere besorgen mussten”, so die Seniorin. Selbst dies machte die Frau zunächst offenbar nicht stutzig, da der dritte „Kollege” sich sogleich an die Arbeit gemacht habe. Erst nach drei Stunden seien die beiden anderen zurückgekehrt, um auch den Heckenschnitt in Angriff zu nehmen.

Blaues Wunder erlebt

Bei der Abrechnung in Sachen Grünpflege erlebte die AZ-Leserin prompt ihr blaues Wunder. Plötzlich hieß es, der vereinbarte Stundenlohn von 50 Euro sei pro Person zu zahlen, berichtet sie. Da der Einsatz im Ganzen - inklusive dreistündiger Abwesenheit von zwei Dritteln des dubiosen Teams - fünf Stunden in Anspruch genommen habe, seien nun also 750 Euro fällig...

Nach weiteren Verhandlungen „einigte” man sich schließlich auf die stolze Summe von 450 Euro. Dafür erhielt die Seniorin nicht einmal eine Rechnung, wie sie später bei der Kripo zu Protokoll gab.

„Grundsätzlich sollte man immer misstrauisch sein, wenn handwerkliche Dienstleistungen an der Haustür angeboten werden”, bekräftigt Polizeisprecherin Sandra Schmitz aus gegebenem Anlass. Oft gebe schon ein Blick auf das Fahrzeug der vermeintlichen schnellen Helfer Aufschluss darüber, ob sie im Auftrag einer seriösen Firma unterwegs seien. Am besten sei, man lasse sich grundsätzlich nicht auf vermeintlich attraktive Lockangebote ein. Jeder seriöse Handwerker sei bereit, einen adäquaten Kostenvoranschlag schriftlich zu erstellen.

Erfahrungsgemäß gingen meist alleinstehende Senioren zweifelhaften Geschäftemachern an der Hautür auf den Leim, weiß Sandra Schmitz. Sie empfiehlt - neben gesunder Skepsis - daher gerade älteren Menschen, sich beizeiten über einschlägige Maschen zu informieren.
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