Drohungen machen junge Frau gefügig

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Nur weil die 19-jährige Rumänin als Prostituierte in der Aachener Antoniusstraße gearbeitet hatte, schien der am Mittwoch wegen Vergewaltigung verurteilte Landsmann Remus D. (29) sie im Juni 2009 für sexuelles Freiwild zu halten.

Laut dem Urteilsspruch der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht vergewaltigte er die junge Frau in einem Hotel und kassierte für diese Tat am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. „Wir hatten hier den klassischen Fall zu entscheiden, in dem Aussage gegen Aussage steht”, erklärte der Vorsitzende Richter Hans-Günter Görgen in der Urteilsbegründung.

Trotzdem: Das Opfer, das zur aufwändig abgesicherten Verhandlung aus dem fernen Rumänien anreiste, „hat einen ordentlichen Eindruck hinterlassen”. Es habe wegen der Konstanz und Schlüssigkeit ihrer Einlassungen letztlich keinen Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten gegeben.

Der behauptete in der Verhandlung vor Gericht, der Sex mit der jungen Frau sei einvernehmlich vonstatten gegangen, zunächst hatte er gar nichts gesagt. Der 29-Jährige kann froh sein, so billig davongekommen zu sein. Denn die Anklage lautete bei ihm wegen seines heute noch flüchtigen Freundes „Remi”, mit dem er zunächst verwechselt wurde, auf „Menschenhandel” und „Zwang zur Prostitution”.

Die 19-Jährige hatte in einem Internetchat besagten „Remi” aus Aachen kennengelernt. Der holte sie mit Versprechungen hierhin und zwang sie schließlich, ihren Körper in einer Glasvitrine im Bordellfenster der Antoniusstraße feil zu bieten.

Das junge Opfer konnte aber an einen Verwandten, der bei der Bukarester Polizei arbeitet, einen Notruf absetzen. Danach kümmerte sich die dortige Abteilung für organisierten Menschenhandel um den Fall, zwei Spezialagenten aus Bukarest sagt en sogar hier aus.

Im gleichen Haus gewohnt

Doch die Vergewaltigung kurz vor ihrer Flucht nach Hause hatte mit organisierter Zwangsprostitution nichts zutun. „Der Täter kannte sie nur, er wohnte mit seiner Freundin im gleichen Haus”, meinte der Richter. Mit dem Drohmittel, er werde Remi holen, wenn sie sich nicht füge, zwang er sie zum Sex - das ist Vergewaltigung.
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