Droht Grundschule im Ostviertel nächster Nackenschlag?

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Als im Oktober die ersten Betten in der Turnhalle Barbarastraße aufgestellt wurden, befürchteten einige, dass dies direkte Auswirkungen auf die Zukunft der Grundschule haben kann.

Dass ausgerechnet im Ostviertel eine Halle als Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet wurde, sorgte für reichlich Zündstoff. Eltern der Barbaraschüler protestierten massiv gegen die Maßnahme.

Nun liegen die vorläufigen Anmeldezahlen des seit Jahren um seine Existenz kämpfenden Teilstandorts der GGS Brühlstraße vor. Zahlen, bei denen sich die Mahner in ihrer Meinung bestätigt fühlen dürften. Denn sie verheißen wieder einmal nichts Gutes: Nur neun neue Erstklässler zählt die Verwaltung an der Barbarastraße bisher.

Schulpolitikerin Gretel Opitz (FDP) ist nicht überrascht über den nächsten Nackenschlag für die katholische Grundschule. „Wenn die Stadt ausgerechnet die Turnhalle dieser Schule aussucht, dann darf man sich nicht wundern“, übt sie Kritik an der Entscheidung der Verwaltung.

„Wichtig für den Stadtteil“

„Was ist aus den Bemühungen der Stadtverwaltung geworden, den Schulstandort zu stärken?“, fragt Bernd Krott, schulpolitischer Sprecher der SPD. Innerfraktionelle Beratungen werde es noch diese Woche zu dem Thema geben. Er betont aber auch: „An unserer Grundaussage ändert sich nichts: Der Schulstandort ist für den gesamten Stadtteil wichtig.“ Für den Erhalt möchte auch die CDU weiter kämpfen, wie ihr schulpolitischer Sprecher Holger Brantin betont. Trotzdem macht auch er Baustellen aus, schließlich seien die Anmeldezahlen seit Jahren gering. „Da müssen wir uns fragen: Kann das Konzept noch verbessert werden?“

Die Grünen möchten eine erneute Diskussion über ein mögliches Aus der Schule in diesem Jahr in jedem Fall vermeiden. Sprecherin Ulla Griepentrog warnt vor frühzeitiger Panikmache. Zum einen verweist sie auf die „Wasserstandsmeldung“ bei den vorläufigen Neuanmeldezahlen. Einige Eltern sind noch unentschlossen, fast 100 Anmeldungen stehen zudem noch aus, weil Eltern die Anmeldephase im November verpasst oder schlichtweg nichts von ihr gewusst hatten. Einer Vermutung widerspricht Griepentrog vehement: „Die Herrichtung der Turnhalle als Notunterkunft hat damit nichts zu tun.“

„Nicht mit allen Mitteln erhalten“

Dies glaubt auch Georg Biesing, schulpolitischer Sprecher der Partei Die Linke. Er blickt jedoch generell skeptisch auf die Barbara-straße, wenn es um die Zukunft des Standorts geht. „Man kann eine Schule nicht mit allen Mitteln am Leben erhalten.“

Eine Schließung droht dem Standort wegen rückläufiger Schülerzahlen seit Jahren. Fraktionsübergreifend hatte sich die Politik noch im Herbst 2013 für den Erhalt des Standorts ausgesprochen. Im Stadtteil lautete das Motto derweil weiterhin: „Erstklässler gesucht!“. Der erste Erfolg war überschaubar, denn die Schule kam ebenfalls auf gerade einmal neun vorläufige Anmeldungen. Mit einem Kraftakt kamen schließlich doch 17 Anmeldungen zusammen. Somit wurde die vorgeschriebene Mindestgröße von 15 Schülern knapp erfüllt. Doch von einem nachhaltigen Weckruf kann schon knapp zwölf Monate später keine Rede mehr sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert