Aachen - Drogenszene: OB bittet zu Spitzengespräch

Drogenszene: OB bittet zu Spitzengespräch

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Baustelle Drogenszene: Stadt und Städteregion wollen jetzt eine gemeinsame Konzeption auf den Weg bringen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was unterscheidet das Reiterdenkmal am Kaiserplatz von der Drogenszene dortselbst? Nun, Friedrich III. hat – baustellenbedingt – kürzlich mal kleinen Ausflug gemacht, könnten böse Zungen antworten; Süchtige, Prostituierte und Dealer hingegen rühren sich seit Jahren im Prinzip nicht vom Fleck.

Jetzt aber soll endlich Bewegung in die leidige Angelegenheit kommen. Am 6. November wird es auf Einladung des Oberbürgermeisters im Rathaus ein „Spitzengespräch“ über neue Konzeptionen für die Suchthilfe in Stadt und Region geben, wie das Presseamt am Montag bestätigte.

An brennenden Fragen, die beileibe nicht erst seit gestern im politischen Raum der inzwischen mehr oder minder etablierten Städteregion stehen, mangelt es bekanntlich nicht. Ziemlich genau vier Jahre nach deren Gründung scheint das Thema wieder zur Chefsache avanciert – spätestens, seit OB Marcel Philipp vor knapp zwei Wochen im AZ-Interview „entscheidende Gespräche“ in Aussicht gestellt hat.

Erst vor kurzem hatte der OB bereits Vertreter der Initiative Kaiserplatz zum Austausch ins Rathaus gebeten. „Allerdings wurden auch dabei nicht einmal ansatzweise konkrete Lösungswege erörtert“, kritisiert deren Vorsitzender Volkmar Klein. Jetzt sind dem Vernehmen nach Städteregionsrat Helmut Etschenberg und die zuständigen Behördenchefs eingeladen.

Diskussionsstoff gibt es reichlich. Kann und soll die Methadonbehandlung und -vergabe an Heroinabhängige dezentral organisiert werden? Gibt es realistische Optionen zur nachhaltigen Entzerrung der Junkie- und Alkoholiker-Szene in der City? Lassen sich die Beratungseinrichtungen für Schwerstabhängige mittel- bis langfristig vom Kaiserplatz umsiedeln? Wie und wo könnte eine „Trinkerstube“ eingerichtet werden, um Straßen und Plätze von zechenden Zeitgenossen zu entlasten und diesen zugleich eine „niedrigschwellige“ Anlaufstelle zu bieten? Und schließlich: Wie lässt sich die viel zitierte „Ordnungspartnerschaft“ der städtischen Verwaltung(en) mit Polizei und Justiz effektiver organisieren? Fragen, die nun auf breiter Basis und unter Beteiligung der Politik neu in den Fokus gerückt werden sollen.

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