DRK und Caterer streiten um viel Geld

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Streit ums Geld ist im Allgemeinen ziemlich unappetitlich. Das trifft auch auf jenen Streit zu, den derzeit Caterer Frank Spiesberger und der Kreisverband Städteregion Aachen des Deutschen Roten Kreuzes ausfechten.

Dabei geht es um viel Geld – und passenderweise geht es auch noch ums Essen. Spiesberger, dessen Firma in Herzogenrath ansässig ist, wartet nämlich noch auf satte 80 000 Euro, die ihm das DRK schulde. Spiesberger, der in Aachen beispielsweise für die Verpflegung am Inda-Gymnasium zuständig ist und bei Mercedes Benz „Frankys Corner“ betreibt, hat jetzt geklagt.

„Unglaubliche Unverschämtheit“

Bei der Geschichte geht es um das Catering in Flüchtlingsheimen. Zunächst, so Spiesberger, sei er in der „heißen Phase“ der Flüchtlingsankünfte für die Stadt Aachen tätig gewesen. Das habe alles bestens geklappt, der Einsatz seines Teams sei auf viel Lob gestoßen. Dann sei der Kontakt zum DRK zustande gekommen, für das Spiesberger die Versorgung in einer Unterkunft in Herzogenrath übernahm – acht Monate lang, bis ihm gekündigt worden sei.

Von den ihm zustehenden 190.000 Euro habe er aber nur 110.000 Euro erhalten. Den Rest habe das DRK kommentarlos einbehalten. Das DRK werfe ihm vor, zu viele Essen abgerechnet zu haben. „Eine unglaubliche Unverschämtheit“, sagt Spiesberger.

Beim DRK heißt es dazu, ein entsprechender Hinweis sei von der Stadt Herzogenrath gekommen. Trotz sinkender Bewohnerzahlen seien immer dieselben Mengen abgerechnet worden. „Der Caterer hätte merken müssen, dass er 50 Essen zu viel hat. Das hätte man anpassen oder zumindest mit uns reden müssen“, so DRK-Geschäftsführer Axel Fielen auf Nachfrage. Die Einrichtung sei ein Sonderfall, weil das Essen dort vom Caterer selber ausgegeben worden sei.

Richter muss entscheiden

Spiesberger ärgern die DRK-Aussagen maßlos: „Wir haben nie konkrete Zahlen vom DRK bekommen, obwohl wir sehr wohl stets nachgefragt haben.“ Überdies habe es mit den Mengen auch immer gepasst. Manchmal sei sogar angemerkt worden, dass es im Gegenteil zu wenig sei.

Angesichts der in Rede stehenden 80.000 Euro hätte der Caterer jedoch bei einem Pauschalsatz von 15 Euro mehr als 5300 Essen zu viel abrechnen müssen, was etwa 22 jeden Tag gewesen wären. „Das muss man sich mal vorstellen“, kann es Spiesberger nicht fassen, der auch von Rufschädigung spricht. „Es ist doch merkwürdig, dass dem DRK das alles erst auffällt, nachdem die Abrechnungen bei der Stadt eingereicht wurden, und angesichts der angeblichen Mengen nicht längst vorher“, so Spiesberger.

Der ebenso unappetitliche wie offenkundig unversöhnliche Streit ums Geld wird nun von einem Richter geklärt werden müssen. Einen wohl gepfefferten Gerichtstermin gibt es in einigen Wochen.

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