Aachen - Dritte Klasse für den Sonderfall Birkstraße

Dritte Klasse für den Sonderfall Birkstraße

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Kurz vor Schulschluss konnte Cornelia Emmerling nicht wissen, welchen Wirbel ihre Schule hinter den Kulissen noch einmal auslösen sollte.

Die Katholische Grundschule Birkstraße hatte wie auch die Grundschulen Vaalserquartier, Gut Kullen, Am Höfling und Passstraße einen Antrag auf eine weitere Eingangsklasse (Überhangsklassen) gestellt. Doch der wurde im Schulausschuss abgelehnt.

„Ich erwarte, dass von der Politik alles noch einmal gründlich überlegt wird”, sagte Schulleiterin Emmerling am Dienstag noch einmal. Und in der Tat wurde lange und gründlich überlegt - mit überraschendem Ergebnis.

SPD und Grüne sehen in der KGS Birkstraße einen Sonderfall und werden - so SPD-Schulexperte Claus Haase - am Mittwoch im Rat (17 Uhr, Altes Kurhaus, Komphausbadstraße) für eine dritte Eingangsklasse für die Birkstraße stimmen.

Ein Dringlichkeitsantrag von CDU/FDP und einer der Fraktion Die Linke hatten das Thema zurück auf die Tagesordnung geholt. Gefordert wurden allerdings Eingangsklassen für alle fünf Schulen. Mit den Stimmen von FWG und dem möglichen Votum der fraktionslosen Ratsfrau Renate Coracino stand die Entscheidung in der Tat auf der Kippe.

Doch der Tag hatte neben der rot-grünen Entscheidung für die Birkstraße eine weitere Überraschung auf Lager. Die Linke trat auf die Bremse. Die Fraktion zieht die Antragspunkte für Vaalserquartier, Gut Kullen, Am Höfling und Passstraße zurück und fordert nur für die Birkstraße die dritte Eingangsklasse. Die wird nun wohl so kommen.

„Wir müssen dieses Jahr eine Ausnahme machen”, kommentiert Claus Haase die Richtungsänderung bei SPD und Grünen. Denn an der Birkstraße mussten auch Kinder abgelehnt werden, die eigentlich einen Rechtsanspruch auf einen Platz an der Schule haben (nächstgelegene Schule).

Dabei hatte sich die Schule schon entschieden, mit 60 Kindern die Maximalzahl für zwei Klassen aufzunehmen. 23 Ablehnungen hat Schulleiterin Cornelia Emmerling bereits an die Eltern verschickt, 17 betroffene hatten eigentlich einen Rechtsanspruch auf die Schule und wurden abgelehnt, weil sie nicht katholisch sind. Diese Entscheidungen sind nun wohl hinfällig.

Mit einer dritten Klasse könnte die Schule alle angemeldeten Kinder aufnehmen. Platz für die dritte Eingangsklasse bestehe ohnehin. „In diesem Fall werden wir von unserer eigentlichen Überzeugung abrücken”, sagt Haase. Politisch strittig bleibt das Thema aber. „Entweder alle oder keine”, stellt FDP-Ratsfrau Sigrid Moselage die Linie von FDP und CDU klar.

Die Linke fordert neben der weiteren Birkstraßen-Klasse, dass Einzelfälle bei abgelehnten Kindern intensiv und individuell geprüft werden. „Verwaltung und Politik müssen im Sinne besorgter Eltern erfahren, warum es unterschiedliche Betrachtungen bei den Grundschulen gibt”, erklärt Ratsherr Horst Schnitzler.

„Abgelehnte” Eltern aller fünf Schulen werden heute zur Ratssitzung erwartet und wollen für die Überhangsklassen demonstrieren -Êan allen Schulen.
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