Dringend gesucht: Konzepte gegen das Pflege-Dilemma

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. „Kollege/Kollegin gesucht“ steht es Weiß auf Orange auf der Heckscheibe des Kleinwagens eines mobilen Pflegedienstes. Obwohl in der Region bereits rund 14.000 Menschen in der Gesundheitsbranche arbeiten (davon rund 7000 Gesundheits- und Krankenpfleger, etwa 3000 Arbeitnehmer in der Altenpflege), bleibt es schwierig, Pflegefachkräfte zu finden – egal ob im Krankenhaus, im Seniorenheim oder im mobilen Pflegedienst.

Pflegeberufe haben ein sehr ambivalentes Image. Einerseits wird Pflegenden sehr hohe Wertschätzung entgegengebracht. Ihre Arbeit wird gemeinhin als gesellschaftlich sehr wichtig erachtet, und ihnen wird viel Mut und Engagement bescheinigt. Zudem sind die Aussichten auf feste Stellen glänzend. Andererseits gelten Pflegeberufe als schlecht bezahlt, die Arbeitszeiten als familienunfreundlich, die Arbeit als stressig und stark „verdichtet“.

Trotzdem wird der Bedarf an Pflegenden in Zukunft weiter steigen, denn auch die Region Aachen wird, wie die ganze Bundesrepublik, älter. Die Zahl von Pflegebedürftigen wird steigen. Gleichzeitig nimmt die Zahl derer ab, die durch Familienangehörige gepflegt werden.

Gemeinsam mit vielen Partnern der Gesundheitswirtschaft stellt sich die Stadt Aachen diesem Problem: Mit Hilfe von zwei von der EU und dem Land NRW geförderten Projekten – „Gender-Med AC“ und „Future proof for cure and care“ – sollen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft in die Lage versetzt werden, neue Rahmenbedingungen für Pflegende zu entwickeln. Personal- und Organisationsentwicklung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Karriereförderung und der grenzüberschreitende – also euregionale – Arbeitsmarkt für Pflegende werden hier unter die Lupe genommen. Ziel ist es, die Attraktivität der Berufe zu erhöhen und so dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

In einer sechsteiligen Serie beleuchtet die AZ die Möglichkeiten und Bedingungen in der Pflege sowie die regionalen Anstrengungen, mehr Menschen für die Pflege zu begeistern. Warum dies dringend erforderlich ist, erläutert Professor Michael Isfort zu Beginn der Serie.

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