Aachen - Drimborner Wäldchen geht an „Mr. Nik”

Drimborner Wäldchen geht an „Mr. Nik”

Von: Robert Esser
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Lichter aus: Seit drei Jahren verrottet das Lokal Drimborner Wäldchen. Jetzt soll Schnellrestaurant-Betreiber Mustafa Gündüz den Zuschlag erhalten. Am Dienstagabend machte der Liegenschaftsausschuss den Weg für sein Gastronomiekonzept frei. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Order ist delikat: Schnellimbiss, Restaurant? Oder gleich beides? Das Drimborner Wäldchen, ein seit drei Jahren verwaistes Ausflugslokal unmittelbar am Aachener Tierpark, soll jetzt - nach mehreren gescheiterten Anläufen - tatsächlich einen neuen Eigentümer bekommen.

Mustafa Gündüz, Inhaber der „Mr. Nik”-Schnellrestaurants in Brand und Burtscheid, hat mehr als ein Auge auf das marode Gebäude und den knapp 2000 Quadratmeter großen Garten geworfen. Am Dienstagabend gab die Kommunalpolitik im Liegenschaftsausschuss grünes Licht - alles deutet auf einen Vertragsabschluss hin. Noch befindet sich das Drimborner Wäldchen nämlich im Besitz der Stadt.

Bis dahin will der erfahrene Gastronom Gündüz noch keine Details seines Bewirtungskonzepts verraten. Nur so viel: Extra-Snacks für Kinder und Jugendliche sowie eine durchaus gehobene Gastronomie für Erwachsene sind auf jeden Fall geplant. Was die Leiterin der benachbarten Hauptschule Drimborn durchaus beunruhigt: „Wir haben hier eine Übermittagsbetreuung, bei der wir größten Wert auf gesunde Ernährung legen”, sagt Annett Koch-Thoma.

„Unsere Kinder sollen Obst und Salat statt Pizza und Pommes essen.” Sie hofft, dass ihre 460 Schüler, von denen bereits über 80 täglich für 1,50 bis 2,25 Euro in der Schule essen, gegebenenfalls nicht zum teureren Schnellimbiss nebenan abwandern. Außerdem sollte die Drimborner Schule 2012 eigentlich ein eigenes Mensagebäude erhalten...

Ganz andere Sorgen treiben Anwohner wie Heribert Welter um, der sich schon vor Jahren in der Initiative „Hände weg vom Drimborner Wäldchen” engagierte. „Wegen des vielen Autoverkehrs und der Jugendlichen, die hier bis tief in die Nacht grölend herumziehen und spielen, ist es im Sommer sowieso eine Riesen-Katastrophe, hier zu wohnen”, klagt er. „Unsere größte Sorge ist, dass im Drimborner Wäldchen regelmäßig auch abends Veranstaltungen stattfinden”, sagt Welter. Bekannt ist allerdings auch, dass sich viele Bewohner des Viertels wieder eine gastronomische Heimat auf Drimborn wünschen.

Wolfram Graf-Rudolf, der Direktor des Tierparks, erinnert sich aber auch noch an die letzte Hochzeit, die vor Jahren in dem Traditionlokal gefeiert worden war. „Damals waren die Tiere in den Gehegen am späten Abend so gestresst, dass es Beißereien gab und wir sogar den Tierarzt rufen mussten”, erklärt er. Und beteuert: „Das Einzige, was für mich bezüglich der Nutzung des leer stehenden Drimborner Wäldchen zählt, ist das Wohl der Tiere.” Gegen ein beschauliches Ausflugslokal, so wie es früher bewirtschaftet wurde, habe er nichts einzuwenden - wohl aber gegen eine Erweiterung der Außengastronomie in Form eines Biergartens. „Aber ich habe Vertrauen in Politik und Verwaltung, dass das Für und Wider der Nutzungskonzepte genau abgewogen wird”, sagt er.

Die Mitglieder des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses stimmten am Dienstagabend dem Vernehmen nach in nichtöffentlicher Sitzung einstimmig für die Vergabe an Gündüz. Das dürfte (noch) nicht jedem schmecken.
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