Dresscode: Zum CHIO trägt (fast) jeder, was er will

Von: Verena Richter
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Für den CHIO darf es schon etwas schicker sein, finden Anneliese und Norbert Freudenberg. Foto: Harald Krömer
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Kirsten Rennebohm mit ihrer Mutter Petra haben sich für luftige Kleidung entschieden. Foto: Harald Krömer
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Die Hostessen Sophia Duderstadt und Katharina Dubois des ALRV hingegen hatten keine Wahl, ihnen wird die Kleidung vorgeschrieben. Foto: Harald Kroemer

Aachen. Ein knielanges Kleid für die Dame? Anzug mit Hemd und Krawatte für den Herrn? Ein Hut und Lederschuhe? Oder doch alles eine Spur legerer? Ist eine Jeans in Ordnung, oder Sneaker? Besucher, die zum ersten Mal den CHIO besuchen, könnten sich vielleicht fragen, was sie denn anziehen müssen oder dürfen, wenn sie das Reitturniergelände in der Aachener Soers betreten.

Immerhin umgibt gerade den Reitsport oft auch ein Hauch des Elitären. Zurecht?

Nein, sagt Alina Gotzeina von der Pressestelle des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) und kann unsichere Erstbesucher beruhigen: Beim CHIO gibt es keine Kleiderordnung für die Zuschauer, jeder dürfe gerne anziehen, was sie oder er mag. „Es gibt viele, die traditionell gekleidet sind, es gibt aber keine Richtlinien und wir freuen uns über Vielfalt“, erklärt Alina Gotzeina.

Und so ist dann das Bild, das sich in den Stadien und der Zeltstadt ergibt, tatsächlich bunt gemischt. Der eine schlendert in Jeans und T-Shirt herum, die andere im eleganten Kleid. Wobei der Anteil der Menschen in schicken Sachen durchaus höher ist als bei anderen Sportveranstaltungen, etwa bei einem Fußballspiel der Alemannia.

Warum ist das so? „Weil man sich für den CHIO dann doch etwas besser anzieht“, erklärt Petra Rennebohm, die mit ihrer Tochter Kirsten zum Turnier gekommen ist. Den beiden fiel die Wahl am Kleiderschrank nicht leicht. Nicht, weil sich die beiden gefragt haben, ob die Kleidung schick genug ist – und beide sehen ohne Zweifel in Bluse und Shorts respektive im Kleid tipptopp aus. „Wir haben da eher auf das Wetter geachtet“, sagt Kirsten Rennebohm. Sonnenschein und Hitze haben ihre Tücken.

Luftig soll es sein, doch trotzdem vor der Sonne schützen. Das führte sogar dazu, dass Kirsten Rennebohm ein Ersatzoutfit eingepackt hat. „Auf dem Gelände habe ich dann festgestellt, dass ich doch zu warm angezogen war.“ Im Auto habe sie dann das Kleid angezogen, was ihr fast zum Verhängnis geworden wäre. Denn als sie nach dem Kleiderwechsel wieder aufs Gelände wollte, wäre sie um ein Haar nicht mehr an den Ordnern vorbeigekommen – nicht, weil das Outfit unpassend war. „Wir wussten nicht, dass man Bescheid sagen muss, wenn man wieder kommen möchte“, sagt Petra Rennebohm.

Während bei anderen Pferdesport-Events – wie beim Galopprennen im englischen Ascot – tatsächlich Vorschriften existieren, die besagen, was die Zuschauer dürfen und was nicht und wo die Kopfbedeckungen eine Mindestgröße haben müssen, ist man beim CHIO sehr viel entspannter. Dort gibt es bestenfalls Ratschläge – besonders für heiße Tage. Und einer davon lautet: Hut tragen. Anneliese und Norbert Freudenberg aus Jülich sind an diesem Vormittag diesem Ratschlag gefolgt. „Dabei bin ich eigentlich keine Hutträgerin“, verrät Anneliese Freudenberg, aber wenn die Sonne so stark scheint, sei es schon besser. Auch sonst sehen die beiden apart aus. Sie trägt ein rotes Kleid, er ein Sakko, Poloshirt und Stoffhosen. Denn für den CHIO dürfe man sich schon etwas besser anziehen, da sind sich beide einig, aber auch, dass die Funktionalität am Ende wichtiger ist.

Sportler haben keine Wahl

Während nun die Zuschauer frei entscheiden können, was sie anziehen und was nicht, gibt es aber durchaus Personengruppen beim Weltfest des Pferdesports, die morgens keine echte Wahl haben. Da sind natürlich die Reiter. Bei ihnen regelt die Weltreiterliche Vereinigung (FEI), die Dachorganisation des Pferdesports, was sie tragen müssen. Im Regelwerk ist klar festgelegt, dass ein Dressurreiter etwa ein schwarzes Jackett, eine weiße oder beige Hose, eine weiße Bluse, eine Krawatte oder ein Plastron, Handschuhe und eine Kopfbedeckung wie Helm, Zylinder oder Melone im Dressurviereck anziehen muss. Ähnliche Bestimmungen gibt es natürlich auch für die Springreiter und Voltigierer, erklärt Alina Gotzeina.

Und auch für die Hostessen und Hosts auf dem Turniergelände gibt es eine Kleiderordnung. „Fast alle Hostessen bekommen die gleiche Einkleidung, da ein Wiedererkennungswert gegeben sein soll“, sagt Stefan Follmer vom ALRV-Marketing. Allein die Siegerehrungshostessen sähen ein wenig anders aus.

„Die Einkleidung für die Hostessen wird jedes Jahr neu ausgewählt und wechselt somit regelmäßig, angepasst an die aktuellen Trends und Schnitte“, erklärt Stefan Follmer. In diesem Jahr besteht das Outfit der Hostessen aus einem Kleid und einem Blazer oder aus einer Kombination aus Hose, Blazer und Shirt. „Die dominierende Farbe ist ein Aprikot-Ton“, sagt Stefan Follmer. Bei den Hostessen wohlgemerkt. Otto Normalbesucher darf so bunt kommen, wie er oder sie möchte.

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