Aachen - Dreister Diebstahl direkt vor der Polizeiwache

Dreister Diebstahl direkt vor der Polizeiwache

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Dreiste Masche nur wenige Meter von der Polizeiwache entfernt: Diebe haben im Mariental zugeschlagen. Als das Opfer die Tat melden wollte, kam es zunächst nicht einmal in die Polizeiwache hinein.

Aachen. Es ist 19.20 Uhr an diesem Mittwochabend. Hans Schneider hat seinen Besuch in Aachen beendet und will mit seiner Frau ins heimische Eynatten in Belgien zurückkehren. Seinen Wagen hat er im Mariental geparkt – nur wenige Meter vom Eingang der dortigen großen Polizeiwache entfernt.

Schneider legt seine schwarze Umhängetasche auf den Rücksitz, steigt mit seiner Frau ins Auto, startet, legt den Rückwärtsgang ein. Doch plötzlich stutzt er. Vorne am Wagen hockt ein Mann, den er als etwa 28 Jahre alt und osteuropäisch aussehend beschreibt. Die hagere Person zeigt permanent auf den Vorderreifen, was Schneider vermuten lässt, dass der Mann auf einen Schaden aufmerksam machen will. Der Fahrer steigt aus, geht nach vorne, kann aber nichts erkennen.

Als Schneider wieder einsteigen will, macht der Mann Anstalten, unter das Auto zu blicken. Schneider stutzt noch einmal – in diesem Augenblick nähert sich von hinten ein zweiter Mann, reißt die Hintertür auf, schnappt sich die Tasche und nimmt ebenso wie der erste Täter die Beine in die Hand.

Hans Schneider hört seine Frau schreien, sieht die Männer Richtung Matthiashofstraße wegrennen, läuft selber los und ruft laut: „Stehenbleiben!“ und „Diebe! Diebe!“ Die Verfolgung muss er aufgeben, die Täter sind zu schnell für ihn. Er geht zurück. Seine Rufe hat allerdings ein Zeuge gehört, der just am Fluchtweg der Männer mit seiner Frau, seinem Kind und einem Koffer unterwegs ist.

Denselben schleudert er einem der Diebe entgegen, der darüber stolpert, stürzt und die Tasche fallenlässt. Dennoch gelingt es dem nach Schneiders Beschreibung etwa 1,70 bis 1,75 Meter großen, mit einer Jeansjacke und dunklem Shirt bekleideten Mann weiterzuflüchten – allerdings ohne die Beute. Die bringt der Zeuge dem Opfer.

Was Hans Schneider in diesem Augenblick nicht wissen kann: Er ist an diesem Tag nicht das erste Opfer. Kurz zuvor waren die Männer mit dieser Masche an der Dennewartstraße aktiv, wie die Polizei berichtet. Die Polizei rät deshalb: „Achten Sie auf Ihre Sachen und Wertgegenstände. Halten sie diese gegebenenfalls unter Verschluss! Lassen Sie sich nicht bedrängen oder ablenken. Bringen Sie alle Straftaten und verdächtigen Beobachtungen zur Anzeige.“

Das wollte Hans Schneider passenderweise direkt nach der Tat in der Wache Mariental tun. Doch zunächst sei nicht geöffnet worden. Dann hätten drei Personen, die im Vorraum warteten, die Tür von innen geöffnet und gesagt, sie warteten bereits seit einer Stunde. So zog Schneider von dannen und erstattete seine Anzeige von zuhause aus per Mail. „Das war schon erschreckend“, sagt er. Die Polizei erklärt dies auf Anfrage so: „Es war an diesem Abend einfach unglaublich viel zu tun auf der Wache.“

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