Dreijähriger Junge wird weiterhin im Uniklinikum behandelt

Von: mh
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Aachen. Die gute Nachricht konnten die Ärzte im Uniklinikum bereits am Wochenende bestätigen: Der dreijährige Anaid, der Anfang vergangener Woche mit seinen Eltern und seinem sechs Monate alten Bruder in der provisorischen Flüchtlingsunterkunft im Inda-Gymnasium angekommen ist, leidet nicht an Tuberkulose.

Am vergangenen Donnerstag war der Junge mit Verdacht auf die ansteckende Krankheit in die Kinderstation eingeliefert worden, weil er offenbar Blut gehustet hatte. Die schlechte Nachricht: Das Kind, das wegen eines massiven Wirbelsäulenschadens schwerbehindert ist, muss bis auf Weiteres stationär behandelt werden.

Mitte Juli waren Anaids Eltern Sonila (21) und Ronaldo Gjoni (28), die aus Elbasan in Mittelalbanien stammen, mit ihren beiden Kindern per Flugzeug vom griechischen Thessaloniki aus nach Düsseldorf eingereist: „Die Ärzte in Albanien sagten uns, sie könnten nichts für unseren Sohn tun“, sagte die 21-jährige Mutter der AZ.

Tatkräftige Unterstützung erhält die Familie seit ihrer Ankunft in Aachen jetzt auch durch Bashkim Begolli. Der 69-jährige gebürtige Albaner, Ehemann von Linken-Ratsfrau Ellen Begolli, steht den Gjonis nicht nur als Dolmetscher zur Seite, begleitet sie fast täglich. „Inzwischen haben die Ärzte festgestellt, dass Anaid sehr schlechte Zähne hat, möglicherweise hat er deshalb Blut gehustet“, berichtete Begolli. „Sie kümmern sich wirklich sehr engagiert um ihn.“ Und: „Er ist extrem unterernährt, wiegt mindestens fünf Kilo zu wenig.“ Daher verbleibe das Kind wohl vorläufig in der Klinik. Dennoch: „Seine Behinderung ist derart gravierend, dass der Junge ohne fachkundige Behandlung wohl nur noch wenige Jahre leben würde, wie die Ärzte in Albanien seinen Eltern sagten.“

Ob – und wie – auch Anaids Rückenleiden in Aachen behandelt werden kann und wird, ließ sich trotz mehrfacher Nachfrage nicht klären. Grundsätzlich gebe man keine Auskunft über Patienten, sagte Dr. Mathias Brandstädter, Sprecher des Hauses. Auch Anfragen bei der Bezirksregierung in Köln blieben erfolglos: Man habe Kenntnis von der Aufnahme im Klinikum erhalten, bestätigte Pressesprecherin Freia Johannsen. Selbstverständlich werde eine weitere Behandlung seitens des Landes finanziert, wenn sie unabdingbar sei. Im Übrigen verwies die Behörde gestern auf das Gesundheitsamt der Städteregion. Dort war am Nachmittag niemand mehr erreichbar.

Völlig offen erscheint somit auch das Schicksal der gesamten Familie. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass man unserem Jungen hier helfen kann“, sagte seine Mutter. Nur deshalb habe sie sich mit ihrem Mann, einem gelernten Kfz-Mechaniker, entschlossen, ihre Heimat zu verlassen.

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