Aachen - Drei Millionen Euro für neue U3-Plätze in den Kitas

Drei Millionen Euro für neue U3-Plätze in den Kitas

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenn es um die Betreuung Unterdreijähriger geht, dann ist Aachen spitze. Denn für 21,35 Prozent der Kinder unter drei Jahren gibt es in Kindertageseinrichtungen oder in der Familiären Kindertagespflege (Tagesmutter) einen Platz.

Der Landesdurchschnitt liegt bei gerade einmal drei Prozent. Dennoch will die Stadt ausbauen - und sie muss es nun auch. Denn das Kinderfördergesetz verpflichtet die Kommunen zum Ausbau der U3-Plätze bis zum 31. Juli 2013. Dann haben auch die Unterdreijährigen einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung.

Bislang wurde der Ausbau von 100 U3-Plätzen jährlich als Maßstab genommen. Doch Berechnungen der Verwaltung haben ergeben, dass damit der Rechtsanspruch kaum erfüllt werden könne. 2013 würden so 1100 Plätze in Einrichtungen bestehen.

Um den für einen Rechtsanspruch erwarteten Versorgungsgrad für Aachen von 40 Prozent (35 Prozent Bundesvorgabe) zu erreichen, müssten 560 weitere Tagespflegeplätze geschaffen werden.

Damit würde die Tagespflege 40 Prozent des Gesamtbedarfs decken. Doch dies erscheint der Verwaltung nicht realistisch. Sie rechnet mit 30 Prozent (214 Plätze), womit der Versorgungsgrad 2013 nur 34 Prozent betragen würde.

1350 Plätze werden geschaffen

Deswegen gibt es eine zweite Planung, die 150 weitere Kita-Plätze (5 Prozent mit 25, 35 Prozent mit 35 und 60 Prozent mit 45 Wochenstunden) im Jahr vorsieht. Die ist deutlich teurer, doch SPD, CDU, Grüne und FDP haben signalisiert, die Finanzierung zu stemmen.

In Zahlen: Von 2009 bis 2012 würden jährlich 150 weitere Plätze die Stadt 3,1 Millionen Euro kosten. Weitere 1,86 Millionen Euro kommen vom Land. 2013 gäbe es in Aachen dann 1350 U3-Plätze in der Kindertageseinrichtungen, bei einem Versorgungsanteil von 30 Prozent durch Tagespflege würde der Gesamtversorgungsgrad bei 40 Prozent liegen.

Während die Kosten für 2009 142.000 Euro betragen, steigen sie anschließend deutlich an. Für 2012 wird mit 1,4 Millionen Euro gerechnet. Würden „nur” 100 Plätze jährlich neu geschaffen, würde dies die Stadt für den gesamten Zeitraum bis 2012 „nur” 580.000 Euro Kosten.

Für das Kindergartenjahr 2009/2010 wurden bereits 150 U3-Plätze beim Land beantragt, 148 sind inzwischen genehmigt und würden gefördert.

Ein Verzicht auf die Förderung von 48 Plätzen birgt die Gefahr, dass diese Plätze zukünftig aus städtischen Mitteln finanziert werden müssen.

Ein neues Angebot muss mit integrativen U3-Plätzen geschaffen werden. Hier herrscht noch Fehlanzeige. Eine Überprüfung der Stadt hat ergeben, dass für rund 30 Kinder ein Angebot für das neue Kindergartenjahr geschaffen werden muss.

Bislang gibt es nur für Kinder ab drei Jahren integrative (heilpädagogische) Plätze - 74 an fünf Einrichtungen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert