Aachen - Drei Hauptschulen weniger, eine Gesamtschule mehr

Drei Hauptschulen weniger, eine Gesamtschule mehr

Von: stm
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Letzter Versuch: In der Bürgerfragestunde argumentierte Helga Pennartz (am Mikrofon) als Leiterin der Reformpädagogischen Schule am Kronenberg nochmals gegen deren Aus. Ohne Erfolg. Foto: Andreas Steindl.

Aachen. Viermal Abschied, ein willkommen. Das ist das - vorläufige - Endergebnis der lange und heftig geführten Schuldebatte. Der Stadtrat hat am Mittwoch erwartungsgemäß mit den Stimmen von CDU, Grünen und SPD das Aus für die Hauptschulen Kronenberg, Eilendorf und Franzstraße besiegelt.

Auch die David-Hansemann-Realschule an der Sandkaulstraße wird es nicht mehr geben. Aber an ihre Stelle tritt die vierte Aachener Gesamtschule.

Die Debatte im Rat war natürlich noch einmal heiß. Nicht zuletzt deswegen, weil Lehrer, Schüler und Eltern im Rathaus noch einmal - vergeblich - um den Erhalt ihrer Hauptschulen kämpften. Insbesondere die Vertreter des Kronenbergs können und wollen die Entscheidung nicht gutheißen. Schließlich wurde die Schule angesichts der mangelnden Anmeldungen vor gut einem Jahr erst in das System einer „Reformpädagogischen Schule” überführt. Das zeige bereits Erfolge. Aber die Zeit, dieses System richtig zu etablieren, lasse man der Schule nun nicht mehr. Dass die vierte Gesamtschule auch nicht auf den Kronenberg kommt, ist eine weitere bittere Pille für den Standort im Aachener Westen.

Die schwarz-rot-grüne Schulallianz erklärte in langen Ausführungen ihrer Fraktionschefs bzw. Schulexperten nochmals, dass man in beiden Punkten alle Argumente abgewogen habe.

„Nicht leicht gemacht”

Tenor: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht.” Auch wurde einmal mehr die pädagogische Arbeit der Schulen gewürdigt. Das aber hilft auch nicht. Die Entwicklung im Schulbereich habe es unmöglich gemacht, sechs Hauptschulen zu halten - auch wenn dies die FDP für einen Zeitraum für weitere drei Jahre forderte. Und für die Gesamtschule sei die Sandkaulstraße der bessere, weil innerstädtisch gelegene Standort, so die Mehrheit.

Das geißelte FWG-Mann Hans-Dieter Schaffrath mit markigen Worten und verlangte eine ausführliche Studie zu dieser Frage. Auch, was die Kosten angeht. Seine Rede brachte ihm den Vorwurf des „Populismus” ein. Aber auch „Pirat” Thomas Gerger monierte, dass die Verwaltungsunterlagen eine Entscheidung eigentlich nicht möglich machten.

Michael Rau (Grüne) betonte allerdings auch, dass berechtigterweise viel von schmerzhaften Einschnitten die Rede sei. Man dürfe aber auch Freude empfinden. Nämlich darüber, dass Aachen nun doch eine vierte Gesamtschule bekommt. Schließlich werden Jahr für Jahr aus Kapazitätsmangel um die 200 Kinder an den drei bestehenden Gesamtschulen abgewiesen. Andreas Müller (Linke) warf den Blick auf ein Fass, dass alsbald aufgemacht werden müsse: die Gymnasien. Angesichts der sinkenden Schülerzahlen gibt es davon nämlich auch zu viele.

Jetzt wird mit Spannung auf die Schulanmeldungen fürs nächste Jahr geblickt. In wenigen Wochen wird man mehr wissen. Die neue Gesamtschule muss mindestens knapp 120 erreichen. Ansonsten wären die Beschlüsse vom Mittwoch Schnee von gestern.
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