Drei Bürgerinitiativen rund um die Beverau

Von: Oliver Schmetz
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Natur oder neue Wohnungen? Gegen die Bebauung der 28.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Lintertstraße (rechts, nicht im Bild), der Zufahrt zu Gut Schönthal (vorne) und der Bebauung an der Adenauerallee (hinten) wehrt sich die Initiative Schönthal. Foto: Michael Jaspers
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Wehren sich mit der Initiative Schönthal gegen weitere Wohnbebauung im Landschaftsschutzgebiet: Horst Schmitt (v.l.), Norbert Koll und Walter Schmitz. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Rund um die Beverau hat der Begriff beste Chancen, zum lokalen Unwort des Jahres zu werden: Flächennutzungsplan (FNP). Denn seit kürzlich bekannt wurde, dass die Stadt bei der zurzeit diskutierten Änderung des FNP von den weitläufigen Grünflächen im Landschaftsschutzgebiet zwischen Kornelimünsterweg, Eselsweg, Adenauerallee und Lintertstraße erhebliche Teile als Bauland ausweisen will, gehen die Bürger in Burtscheid und Forst auf die Barrikaden.

Zunächst erhob die Bürgerinitiative Beverau die Stimme und protestierte gegen die geplante Bebauung eines rund 100.000 Quadratmeter großen Areals zwischen Eselsweg und Dr.-Leo-Löwenstein-Kaserne. Für den „Erhalt des Landschaftsschutzgebiets Eselsweg-Beverau“ hat die Initiative mittlerweile schon fast 3000 Unterschriften gesammelt.

Einige davon stammen auch vom ganz anderen Ende des weitläufigen Schutzgebiets. Dort hat sich in der Siedlung Auf dem Plue zwischen Trierer Straße und Lintertstraße die Initiative Schönthal gegründet. „Wir arbeiten eng mit der BI Beverau zusammen, möchten aber das Augenmerk auch auf den geplanten neuen Wohnbereich Adenauerallee/Linterststraße legen“, sagen die Initiatoren Norbert Koll, Horst Schmitt und Walter Schmitz. Gemeint ist eine 28.000 Quadratmeter große Grünfläche am Rande des Schutzgebiets zwischen der Linterststraße, der Zufahrt zum Gut Schönthal und der Bebauung an der Adenauerallee, die die Initiative erhalten will.

Wie ihre Mitstreiter am Eselsweg führt auch die Initiative Schönthal an, dass im städtischen „Masterplan 2030“ mit Blick auf beide Gebiete noch von einer wichtigen Kaltluftschneise die Rede gewesen sei. „Da müssen sich die Bedingungen aber sehr plötzlich geändert haben“, sagt Koll ironisch. Haben sie sich aber nicht, meint Schmitz: „Wenn hier ein Riegel vorgesetzt wird, wird die Luft in unserer Siedlung, die von der Trierer Straße mit Abgasen stark belastet wird, noch schlechter.“

Weitere Argumente gegen eine Bebauung seien der Erhalt eines wichtigen Naherholungsgebietes, die „ohnehin bereits mehr als gestresste Verkehrssituation“ im Kreuzungsbereich Adenauerallee/Linterststraße/Trierer Straße und die Gefahr von Hochwasser im Beverbachtal durch die zusätzliche Versiegelung. „Das Kanalsystem der Linterststraße stößt heute schon an die Grenze der Belastbarkeit“, sagt Koll. Und nicht zuletzt gefährdeten die Baupläne den Lebensraum geschützter Tierarten, zum Beispiel im direkt benachbarten Feuchtgebiet.

Dieses Argument hört man auch ein paar hundert Meter weiter die Lintertstraße hinauf im Neubaugebiet Grauenhofer Weg, wo sich mit rund 30 Mitgliedern die Bürgerinitiative Lintertstraße gegründet hat. Sie legt ihren Fokus auf eine Fläche zwischen Grauenhofer Weg und Lintertstraße, die ebenfalls im neuen Flächennutzungsplan als Bauland ausgewiesen werden soll. Ihr Sprecher Christian Stein spricht von einem „eklatanten Widerspruch zwischen Bevölkerungsentwicklung und Grünflächenbeseitigungsausmaß“ und kündigt an, dass man sich gegen die „Grünflächenvernichtungsabsichten“ der Stadt zur Wehr setzen wolle.

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