„Dream2Lab2Fab“: Intelligente Textilien erleichtern das Leben

Von: Martina Stöhr
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Offizielle Eröffnung: Vertreter aus Hochschule, Politik und des koranischen Partners durchschnitten das Band für das „Dream2Lab2Fab“. Foto: Ralf Roeger
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Offizielle Eröffnung: Vertreter aus Hochschule, Politik und des koranischen Partners durchschnitten das Band für das „Dream2Lab2Fab“. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein Vorhang, der sich allein durch Berührung öffnen und schließen lässt, eine intelligente Jacke, die weiß, wann ein Feuerwehrmann zu wenig Sauerstoff bekommt und zu ersticken droht oder eine Matratze, die Bescheid gibt, wenn ein bettlägriger, älterer Mensch die Position verändern sollte.

All das sind Anwendungsmöglichkeiten für eine Technologie, die derzeit unter dem Stichwort „intelligente Textilien“ an der Vaalser Straße 460 entwickelt wird. Das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen (ITA) hat hier jetzt mit seinen koreanischen Partnern das Dream2Lab2Fab eröffnet. Von der Zusammenarbeit mit den koreanischen Partnern „Institute of Industrial Technology“ und „Sungkyunkwan University“ versprechen sich die Aachener einen regen Austausch.

Laut Yves Simon Gloy, Bereichsleiter Textilmaschinenbau, ergänzen sich beide Seite auf hervorragende Weise. Während das Aachener „Institut für Textiltechnik“ im Bereich „automatisierte textile Produktionstechnik“ besonders gut aufgestellt ist, können die Koreaner ihr Now-How in Sachen Textilien, Elektronik und Digitalisierung einbringen. Eigens dafür werden sie im kommenden Jahr einen weiteren Standort in Korea eröffnen.

„Und der Markt für solche innovativen Textilien ist da“, meint Gloy. Entsprechend groß war auch das Interesse an der Eröffnung. Neben Oberbürgermeister Marcel Philipp kamen auch der Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW, Dr. Thomas Grünewald, und der koreanische Gouverneur der Gyeonggi-Provinz aus Süd-Korea.

Alle gemeinsam vertrauen darauf, dass die intelligenten Textilien ein Produkt der Zukunft sind. Laut Prof. Thomas Gries, Leiter des Instituts für Textiltechnik, RWTH Aachen, gehen Markt-Szenarien von einem Umsatz in der Höhe von zwölf Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 aus. Das entspräche einer Wachstumsrate von rund 20 Prozent. Nach Meinung aller Beteiligten liegt hier ein riesiges Potenzial für mittelständische Unternehmen aus beiden Ländern. Laut Gries sollen in Deutschland und Korea jeweils 20 Millionen Euro investiert werden, um neue Geschäftsmodelle mit neuen Arbeitsplätzen voranzubringen.

Die hochkarätigen Gäste hatten während der offiziellen Eröffnung des neuen Forschungscenters die Gelegenheit, Maschinen und Produkte selbst in Augenschein zu nehmen. Ein Problem war bislang die Bestückung der Textilien mit elektronischen Bauteilen.

Die war laut Forschungsinstitut bislang nur manuell möglich: Jetzt geht das auch automatisch. Außerdem bekamen die Gäste ein Kissen mit bunten LED-Chips zu Gesicht: Per W-Lan können sie so programmiert werden, dass sie in unterschiedlichen Mustern leuchten. Und da gibt es dann auch noch die beheizbaren Textilien. Die können zum Beispiel mit einem Garn hergestellt werden, das einen leitfähigen Faden aus Silber oder Küpfer enthält. Und genau dieser Faden kann sich dann mit Hilfe einer Batterie erwärmen – und damit das gesamte Gewebe.

Beide Kooperationspartner wollen die interdisziplinäre Forschung in den nächsten Jahren weiter vorantreiben. Und auch in Aachen ist dabei ein neues Gebäude geplant.

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