Aachen - Dr. Schiwago liebt und leidet bald wieder

Dr. Schiwago liebt und leidet bald wieder

Von: mh
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Laden am 14. Juli zur nächsten ungewöhnlichen Exkursion auf den Spuren eines großen russischen Literaten: Theresa Tarassova (rechts) und Angela Eickhoff lesen an den ausgedienten Panzern im Brander Wald aus Boris Pasternaks „Doktor Schiwago“. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Buchstäblich bewegende Rezitationen sind ihr Metier: Jetzt schlagen Theresa Tarassova und Angela Eickhoff das nächste Kapitel ihrer ungewöhnlichen literarischen Liaison auf. Ab Mitte Juli wandeln die beiden Erzählerinnen – studierte Slawistin die eine, gelernte Schauspielerin die andere – wieder auf den Spuren eines ganz Großen der russischen Literatur.

Gutes Schuhwerk empfehlen sie dabei auch ihren Fans, wenn Boris Pasternaks Jahrhundertroman „Doktor Schiwago“ an verschiedenen, atmosphärisch prädestinierten „Spielorten“ auf neue Weise dargeboten wird.

Bereits im vergangenen Jahr haben Tarassova und Eickhoff das etwas andere belletristische „Format“ in Gestalt ihres „Kulturkabinet Kalina Krassnaja“ (das inzwischen übrigens mit „festem“ Sitz am Büchel residiert) aus der Taufe gehoben. Damals begeisterte das Duo mit seinen Dostojewkski-Lesungen zum Beispiel auf dem Ostfriedhof. Diesmal entführt es seine Zuhörer unter anderem aufs Gottesacker in Freund. Denn Pasternaks Titelheld stehe quasi in revolutionsbewegter Reihe mit den zerrissenen Protagonisten Dostojewskis.

„Seine Erlebnisse, sein ganzer Charakter spiegeln auch die dramatische russische Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, weiß Theresa Tarassova. „Als Arzt gerät Doktor Schiwago immer wieder zwischen die politischen und militärischen Fronten, zugleich ist er hin- und hergerissen zwischen seiner großen Liebe, der Krankenschwester Lara, und seiner Frau Tonja.“

In vier Etappen spüren die „Kabinets-Kolleginnen“ dem symbolträchtigen Schicksal daher jetzt nach, und für spannende „Rahmenhandlungen“ soll dabei wiederum gesorgt sein. Los geht‘s am Sonntag, 14. Juli, um 18 Uhr unter dem Titel „Lebenswege eröffnen sich“ auf dem Freunder Friedhof sowie in einem festlich geschmückten alten Bruchsteinhaus in unmittelbarer Nähe.

Am Sonntag, 1. September (17 Uhr), lockt die literarische Exkursion unter dem Motto „Liebe im Krieg“ in den Brander Wald, wo ausgediente Panzer aus dem letzten Weltkrieg als passende Kulisse warten. Weiter geht‘s am Sonntag, 13. Oktober (16 Uhr), mit dem Kapitel „Auf der Flucht“ an die wild umwucherten Bahngleise in Brand. „Bittere Trennungen“ heißt es schließlich bei einer gemeinsamen Kutschfahrt am 24. November (15 Uhr). Alle „Lesereisen“ werden kulinarisch umrahmt von russischen Köstlichkeiten, Krimsekt und Wodka und können durchaus auch einzeln gebucht werden (siehe Info).

Ein kongeniales „Comeback“ bereiten Theresa Tarassova und Angela Eickhoff (die übrigens vielen Aachenern auch als Ensemblemitglied des Theaters Aachen in den Spielzeiten 2003 und 2004 bekannt sein dürfte) zudem Pasternaks Landsmann Dostojewski. Am Nikolaustag, 6. Dezember, lesen sie in der Kapelle der Bischöflichen Akademie an der Leonhardstraße aus „Der Großinquisitor“, einer berühmten Episode aus „Die Brüder Karamasow“.

Und: Ab Herbst sollen bei einem Workshop im Herzogenrather „Frauenkommgleis 1“ große Autorinnen, Wissenschaftlerinnen und Politikerinnen wie Hildegard von Bingen, Marie Curie, Ingeborg Bachmann und Rosa Luxemburg zu Wort kommen. Ebendort widmen sich Tarassova und Eickhoff am 23. November einer „alltäglichen Frauengeschichte mit Gänsehaut und Nervenkitzel“: Im Mittelpunkt steht Marlen Haushofers Roman „Die Mansarde“.

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