Aachen - Dort landet das, was Leuten verloren geht

Dort landet das, was Leuten verloren geht

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
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Das sind ganz schön viele Regenschirme. Täglich werden bei Inge Mannheims, Sachbearbeiterin des Fundbüros in Aachen, etliche Fundstücke abgegeben. Foto: Michael Jaspers
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Schlüssel verloren? Vielleicht hängt er ja an der proppenvollen Schlüsselwand des städtischen Fundbüros. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ob Schlüssel, Koffer, Regenschirme oder Portemonnaies, täglich werden im Aachener Fundbüro etliche Entdeckungen abgegeben. Neben den ganz alltäglichen Funden, sind es vor allem die außergewöhnlichen Gegenstände, die Inge Mannheims, Sachbearbeiterin des Fundbüros, immer wieder erstaunen lassen. Wobei: „Mich überrascht hier eigentlich gar nichts mehr“, sagt sie und lacht.

Bei ihr wurden in den vergangenen Jahren schon Trompeten, Zahnspangen, Gebisse, ein Cello und kürzlich erst eine Drohne und ein Trimmrad abgeliefert. Täglich sind es rund 30 Funde. Manchmal wundere sie sich darüber, wie man beispielsweise ein Cello oder auch ein Gebiss irgendwo, „ausversehen“ liegen lassen könne. Eine sorgfältige Registrierung aller Fundstücke erleichtert Mannheims die alltägliche Arbeit. Jedes Fundstück bekommt nämlich eine eigene Kennziffer. Zudem werden Fundort und Fundzeitpunkt immer notiert. Alle großen und kleinen Funde werden nach der Registrierung in Kisten und Regale in einem Raum gelagert. Dort liegen sie dann auch erst mal. Manchmal bis zur nächsten Auktion.

Es gibt zwar immer wieder Finder, die das Fundstück zu Hause verwahren möchten, aber der Lagerraum und der Keller, in dem die zahlreichen Fahrräder untergebracht werden, sind bis unter die Decke gefüllt. Wertvolle Gegenstände, wie Handys, Tablets oder auch Ketten und Ringe, werden im hauseigenen Tresor gelagert, damit sie, bis sich ihr Besitzer meldet, auch unbeschädigt bleiben. Es gibt aber auch Funde, die Inge Mannheims – laut Gesetz– gar nicht entgegen nehmen darf. Dazu zählen beispielsweise Waffen. Diese müssen nämlich direkt der Polizei übergeben werden. Wenn der Eigentümer der Fundsache sich nicht innerhalb von sechs Monaten nach Abgabe im Fundbüro meldet, erhält der Finder das Fundstück. Natürlich nur, wenn dies gewünscht ist. „Bei einem Handy oder einer Spiegelreflexkamera sagt selten jemand Nein, bei einem Regenschirm schon eher“, sagt die Sachbearbeiterin.

Nächste Auktion im Frühjahr

80 Prozent der abgegeben Fundstücke bleiben allerdings jedes Jahr liegen. Bei den rund 2300 Funden jedes Jahr ist das eine ganze Menge. Die nicht abgeholten Funde werden dann zweimal im Jahr bei einer Auktion versteigert. „Wir werden meistens auch selbst aktiv und ermitteln auf eigene Faust. „Lässt sich zum Beispiel irgendwie feststellen, wem das Portemonnaie oder Handy gehört, kontaktieren wir die Person“, betont Mannheims. Manchmal kommt es auch vor, dass Portemonnaies abgegeben werden, deren Besitzer im Ausland wohnen. Die Rückgabe dieses Fundes ist dann nicht mehr Aufgabe des Fundbüros, sondern des zuständigen Konsulats in Deutschland.

Das ein oder andere Mal hat die Sachbearbeiterin, die mittlerweile seit fast 20 Jahren im Fundbüro arbeitet, schon Suchende glücklich machen können. So habe zum Beispiel vor einigen Jahren eine Frau den Ring ihrer verstorbenen Oma wiedergefunden, den sie schon längere Zeit vermisst hatte. „Solche Momente machen mich glücklich. Es ist schön, wenn verlorene Gegenstände wiedergefunden werden“, sagt sie. Die nächste Auktion findet im Frühjahr statt. Bis dahin werden sicher noch einige Fundsachen bei Inge Mannheims abgegeben.

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