Doppelter Abi-Jahrgang bringt Probleme

Von: Antje Uhlenbrock
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Aachen. Die gemeldeten Ausbildungsstellen gehen zurzeit zurück – während die Zahlen der gemeldeten Bewerber stark steigen. Das erklärte die Bundesagentur für Arbeit Aachen-Düren zum „Tag des Ausbildungsplatzes“. Gastgeber war in diesem Jahr die Junghans-Unternehmensgruppe.

Rund 4000 Bewerbern stehen 2700 Ausbildungsplätze gegenüber. Das ist ein Rückgang von 7,2 Prozent. „Im Frühjahr kommen immer noch Ausbildungsplätze dazu. Aber natürlich auch Abiturienten aus dem doppelten Jahrgang, die jetzt noch in der Prüfungsphase stecken. Wir sind erst auf halber Strecke, es passiert noch eine Menge“, erklärt Gabriele Hilger von der Bundesagentur für Arbeit Aachen-Düren.

Die Vorsitzende der Geschäftsführung sieht diese Situation als Chance. „Wir werden auch in den Bereich des Fachkräftebedarfs kommen. Die Schülerzahlen werden bis 2019 um etwas mehr als 20 Prozent zurückgehen, vor allem im Kreis Düren und Kreis Heinsberg.“ Das Motto der Agentur für Arbeit lautet daher: „Wer heute Ausbildung sät, wird morgen Fachkräfte ernten.“ Aufgrund der mauen Ausbildungsplätze in Deutschland tritt sie mit Nachbarländern in Kontakt: „Die Holländer etwa hat der demografische Wandel schon eher getroffen“, so Hilger.

„Derzeit haben wir bei der IHK 1200 eingetragene Ausbildungsverhältnisse. Das ist eine sehr große Zahl, aber trotzdem nicht genug“, erklärt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Der doppelte Abiturjahrgang in NRW 2013 macht ihm keine Angst. „Die Schüler, die jetzt ihr Abitur machen, sind noch sehr jung. Viele absolvieren erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr oder gehen ins Ausland.“ So sei es in anderen Bundesländern – die vor NRW den doppelten Abi-Jahrgang hatten – auch gewesen. Aber: Handeln müssen man trotzdem.

Die IHK bietet etwa am 25. April wieder ein Speed-Dating in Düren und Aachen an. Dabei lernen sich Unternehmen und Bewerber in zehn Minuten kennen.

Georg Stoffels, Geschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, möchte den vielen Abiturienten „Tore öffnen“. Eine Kampagne soll sie ins Handwerk locken. 100 Ausbildungsstellen – vom Orgelbauer bis zum Tischler – hält die Handwerkskammer Aachen nur für sie bereit. Der demografische Wandel sorgt sie schon seit drei Jahren. „Spätestens im nächsten Jahr werden viele Lehrstellen nicht besetzt werden können. Das ist eine sichere Prognose“, mahnt Stoffels.

Die Junghans-Unternehmensgruppe mit Pro-Idee und Junghans-Wolle sorgt der demografischen Entwicklung vor. Sie hat die Azubi-Plätze von 15 auf 30 verdoppelt. Die Übernahmequote liegt bei fast 100 Prozent. „Das ist ein ganz besonderes Jahr, bei dem wir nicht wissen, in welche Richtung es tendiert. Die Junghans-Unternehmensgruppe ist ein absoluter Vorreiter“, wagt Bayer eine Prognose.

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