Aachen - „Donum vitae“ legt Jahresbericht vor: Beratungsbedarf steigt deutlich

„Donum vitae“ legt Jahresbericht vor: Beratungsbedarf steigt deutlich

Von: xen
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Aachen. 926 Beratungsfälle und 2674 Beratungen verzeichneten die Beraterinnen von „Donum vitae“ im vergangenen Jahr. „Das ist noch einmal eine deutliche Steigerung zum Jahr 2012“, so Martina Hartmann bei der Vorstellung des Jahresberichts der Beratungsstelle. „Aber jede Beratung geschieht in höchster Vertraulichkeit, ressourcenorientiert und mit Ruhe und Zeit. Das lassen wir uns nicht nehmen.“

324 Frauen kamen 2013 für eine Schwangerschaftskonfliktberatung in die Franzstraße, 290 suchten eine Schwangerenberatung, 144 brauchten Unterstützung nach der Geburt. Die weiteren Beratungsanlässe verteilen sich auf die Bereiche „Familienplanung/Verhütung“ (78), „Fehl- und Totgeburt/Schwangerschaftsabbruch“ (45), „Pränataldiagnostik“ (36) und sonstiges (9). Etwa die Hälfte der Ratsuchenden war zwischen 22 und 34 Jahren alt, ein Viertel über 34 Jahre alt und ebenso viele unter 21 Jahre, davon 19 im minderjährigen Alter.

„Sehr junge Frauen, aber auch Frauen über 34 Jahren beziehen die Notwendigkeit von Verhütung nicht immer auf den eigenen Körper“, meinte Hartmann. Diese Erfahrung machen die Beraterinnen von „Donum vitae“ öfter – in Schwangerschaftskonflikt- und Schwangerenberatungen. „Es ist eher Nachlässigkeit als Informationsmangel. An der Verhütung wird auch schon mal gespart, wenn es finanziell eng ist“, erläutert Waltraud Breihahn.

Dem setzt „Donum vitae“ ein Konzept entgegen, das die Ratsuchenden in ihrer konkreten Situation einbezieht. „Verhütung ist kein technisches, sondern ein emotionales Thema. Die Frage ist: Wie lebe ich Beziehung?“, erklärt Hartmann.

Besonders trifft das auch auf Schülerinnen und Schüler von der 4. Klasse bis in die Berufsschule hinein zu, die an den sexualpädagogischen Angeboten von „Donum vitae“ teilnehmen. 1563 junge Leute in 95 Veranstaltungen erreichte „Donum vitae“ hiermit. „Die Nachfrage ist sogar höher, aber wir kommen an unsere Kapazitätsgrenzen“, so Hartmann. Deshalb ihr Tipp: Immer möglichst früh im Schuljahr melden.

Um das Angebot in Umfang und Qualität aufrecht zu erhalten, ist „Donum vitae“ auf Spenden angewiesen. „Wir brauchen jedes Jahr etwa 2500 Euro, um unsere männlichen Honorarkräfte zu bezahlen“, erklärte die Vereinsvorsitzende Birgitta Clingen. „Wir freuen uns, wenn sich Ältere für die Zukunftsfestigkeit der Jüngeren engagieren.“

Eine relativ kleine Gruppe von Frauen sucht Rat und Begleitung nach einem Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen. „Auch diesen Frauen stehen Gefühle wie Trauer zu“, machte Breihahn deutlich, dass „Donum vitae“ diesen Klientinnen eine besondere Aufmerksamkeit schenkt. „Wir beraten in Einzelgesprächen, bieten aber auch etwa einmal im Jahr eine Gruppe an, in der wir das Thema noch einmal in anderer Qualität aufgreifen können.“

Mehr Informationen: www.aachen.donumvitae.org.

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