Donum Vitae: Abgewiesen wird hier niemand

Von: Rauke Bornefeld
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Aachen. Die Zahl der Sozialberatungen in der Schwangerenberatung nimmt zu. Das sei keine neue Tendenz, aber immer wieder wichtig wahrzunehmen, findet Birgitta Clingen, Vorsitzende von Donum Vitae Aachen.

Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle in der Franzstraße 645 Frauen – mal mit, oft ohne Partner – 2645 Mal in diesem Bereich beraten. Hinzu kamen 276 einmalige Konfliktberatungen. Deshalb betrachtet Clingen die Sparambitionen der Städteregion im sozialen Bereich mit Sorge: „Wir müssen unsere Leistungsvereinbarungen im nächsten Jahr neu verhandeln.“ Schon heute sind nur 80 Prozent der Kosten refinanziert. 10.000 Euro Spenden versuchen die Vereinsverantwortlichen jedes Jahr einzusammeln.

Dass bei Donum Vitae in keinem Fall jemand abgewiesen wird, darauf legt das Team dennoch Wert: „Wenn es dringend ist, machen wir alles möglich – egal mit welchem Hintergrund die Frau zu uns kommt“, sagt Beraterin Martina Hartmann. „Denn oft haben sie keinen anderen Ort, an dem sie über ihre Probleme reden können.“ Das gilt zunehmend auch für schwangere Flüchtlinge. „Sie sind sehr oft stark traumatisiert.“

Auch die Verhütungsberatungen, in der es in der Regel um Anträge für den Verhütungsmittelfonds der Städteregion geht, haben zugenommen. 2013 wurden die Beraterinnen in diesem Bereich 59 Mal aktiv, 2014 kam es bereits 92 Mal vor. Mit einer „Vertraulichen Geburt“ musste sich Donum Vitae hingegen nicht direkt auseinandersetzen. „Wir sind aber stets darauf vorbereitet und haben im vergangenen Jahr auch Ärzte, Hebammen und Krankenpfleger informiert. Denn die Schwangerenberatungsstellen sind die ersten Anlaufstellen“, so Clingen.

Ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld ist die Prävention: Neben den Mitarbeiterinnen gehen auch zwei männliche Honorarkräfte in die Schulen – angefangen bei Klasse 4. Nicht zu früh, wie die Mitarbeiter Sean Stevens und Tim Tetzlaff finden. „Die Kinder sehen viel mehr und haben dadurch auch viel mehr Ängste“, erklärt Hartmann. In einer Doppelstunde werden alle Fragen geklärt, gehörte Wörter kategorisiert, Wünsche und Ängste angesprochen und natürlich auch der Umgang mit dem Kondom geübt. 697 Schülerinnen und Schülern haben das Angebot 2014 wahrgenommen.

„Unser Ziel ist, dass die Kinder und Jugendlichen eine sexuelle Selbstidentität entwickeln – unabhängig von allem Gesagtem und Gehörten.“ Interessant ist dabei, dass in Sachen gesellschaftlicher Akzeptanz von Homosexualität bei den Jugendlichen etwas in Gang gekommen ist. „Homosexualität wird zunehmend als möglich begriffen. Mir ist schon passiert, dass sich Jungen in der Runde darüber ausgetauscht haben, wie es wohl wäre, wenn sie schwul wären“, berichtet Stevens. Für das kommende Schuljahr gibt es noch Termine. Ein Besuch kostet die Schule 30 Euro.

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