Domsingschule: Streit um Verkehr geht weiter

Von: Thorsten Karbach
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Sehen eine Gefahr für ihre Ki
Sehen eine Gefahr für ihre Kinder und wollen sich nicht den schwarzen Peter zuschieben lassen: Dr. Rudolf Müller und Heike Gassert, Elternvertreter der Domsingschule. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Aufpassen lernen die Kinder ganz rasch, wenn sie die Domsingschule besuchen. Aufpassen im Straßenverkehr. Denn das Verkehrschaos rund um die Ritter-Chorus-Straße hat sich zunehmend verschärft. Auch oder weil der Abschnitt Richtung Markt Fußgängerzone ist.

Weil Eltern zwischen Lieferanten und Taxifahrern um die Sicherheit ihrer Kinder bangen, fahren sie mit dem Auto bis zur Schule. Weil vor der Schule gewendet werden muss, wird die Siuation immer unübersichtlicher. „Die Erreichbarkeit der Schule ist ein großes Problem”, melden sich jetzt die Elternvertreter Heike Gassert und Dr. Rudolf Müller zu Wort.

Eigentlich dürfen die Kinder nicht bis vor die Tür gefahren werden, müssten die letzten Meter etwa von der Kleinmarschierstraße durch die Fußgängerzone laufen. „Doch diese Fußgängerzone ist morgens um 8 keine, da sind so viele Lastwagen unterwegs. Die Kinder sagen schon, dass es dort gefährlicher ist, als bei Rot über eine Ampel zu gehen”, erklärt Müller. Während sich die Eltern ausgebremst fühlen, geben die Lastwagen, die die Baustelle des Centre Charlemagne anfahren müssen, weiter Gas. „Ausgerechnet wenn die Schule losgeht, ist dort besonders viel los, dann legen die Arbeiter los”, erzählt Gassert. Und die führe zwangsläufig dazu, dass Eltern ihre Kinder bis vor die Schulpforte fahren. „Klar reagieren die Eltern dann auch falsch, wenn sie das machen und dann sogar auf dem Katschhof drehen. Aber es sind eben nicht nur die blöden Eltern Schuld”, sagt Müller. Doch genau die stehen in der Kritik. „Die Domsingschule ist keine Besserverdienerschule, wo die Eltern mit dem Porsche bis vor die Tür fahren wollen. Wir machen uns ernsthaft Sorgen”, betont Müller. Er fährt einen Volkswagen Bulli.

Die Eltern schlagen vor, die Fußgängerzone Richtung Markt morgens und nachmittags für jeweils eine halbe Stunde in einer Fahrtrichtung zu öffnen. Dann könnten die Eltern ohne Wendemanöver ihre Kinder rasch aus- oder einsteigen lassen. Doch das ist für die Stadtverwaltung kein Thema. Im Gegenteil: die Fußgängerzone wird ausgebaut, der Parkplatz Klosterplatz verschwindet, wenn der Bereich ums Weltkulturerbe neu gestaltet wird. „Ich finde die Aufwertung gut, aber ich bin überzeugt, dass die Schule - gegründet von Alkuin - dazu gehört. Aber wenn man uns hier nicht haben will, muss man das sagen”, erklärt Müller.

Zwar gebe es ein Mobilitätsprojekt der Eltern mit der Verwaltung, aber bislang keine Lösung. Elternhaltestellen haben sich nicht bewährt, die Elterntaxi-Tandems haben Spaß gemacht - mehr aber auch nicht. „Ich kann nicht jeden Tag mit vier Kindern zur Schule fahren - schon gar nicht mit einem Tandem”, erzählt Müller. Vorschläge, etwa das benachbarte Parkhaus anzufahren, weisen die Eltern von sich. „Wenn dann Weihnachtsmarkt ist, können wir das ohnehin vergessen”, sagt Gassert.

Die Händler fahren dann auch wieder durch die Fußgängerzone, vor der die Eltern halt machen müssen. Schon vorher wird über den (Domsing-)Schulweg von 160 Kindern fürs September Special das Riesenrad angeliefert - auch nicht mit dem Drahtesel.
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