Domsingschüler wieder für den guten Zweck unterwegs

Von: Carolin Cremer-Kruff
Letzte Aktualisierung:
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Die Domsingschüler sind zum dritten Mal als „Kenger vajjen Beverau“ für den guten Zweck unterwegs.

Aachen. Dass in der Domsingschule nach alter Tradition viel gesungen wird, ist klar. Wenn jedoch anstatt besinnlicher Kirchenlieder vermehrt fröhliche Karnevalsmelodien auf Öcher Platt aus der Schule nach außen dringen, dann kann das nur eines bedeuten: Der 11.11. und damit die närrische Session steht unmittelbar bevor, und die „Kenger vajjen Beverau“ sind wieder mit von der Partie – bereits zum dritten Mal.

Bald muss die quicklebendige Truppe nicht mehr im stillen Kämmerlein üben, sondern darf raus auf die Bühnen. Das bedeutet: 40 kleine Gesangstalente aus der dritten und vierten Klasse werden bei rund 25 karnevalistischen Veranstaltungen mit viel Temperament und Charme für gute Laune sorgen und den Ton angeben – stimmgewaltig und melodiös. Um Nachwuchsprobleme muss sich Irma Wüller, Schulleiterin der Domsingschule, keine Sorgen machen: „Die Kinder haben einen Riesenspaß an der Aktion, jedes Jahr möchten sehr viele mitmachen. Oft kommen Kinder hinzu, deren ältere Geschwister schon bei den Kenger vajjen Beverau mitgewirkt haben.“

Die anfänglichen Sorgen, dass ein solch aufwändiges Chorprojekt sich schwer in den Schulalltag integrieren lasse, sind längst verflogen. Nicht nur die Lehrer stehen hinter der Aktion, viel Hilfe gibt es auch von den Eltern, die zu Hause mit ihren Kleinen üben, sich um die Karnevalskostüme kümmern und bei den Auftritten unterstützend zur Seite stehen. Außerdem ist der Chor so groß, dass nicht jedes Kind bei jedem Auftritt mit dabei ist. „Sonst wäre das Pensum viel zu hoch“, so Wüller.

Die Begeisterung bei den Kindern ist ungebrochen, viele sind selbst im Karneval aktiv. Sogar einige Ehemalige, die die Schule bereits verlassen haben, singen noch mit. Im vergangenen Jahr wurde der Schule unter anderem wegen der fröhlichen Gesangsgruppe für dieses einzigartige Engagement der Zentis-Kinderkarnevalspreis verliehen.

Auch wenn die „Kenger vajjen Beverau“ das Öcher Platt bereits im Blut haben: Ein paar Zusatzstunden gab es in diesem Jahr mit dem neuen stellvertretenden Schulleiter Raphael Brümmer. Er kennt den Öcher Singsang als Ensemblemitglied des beliebten Aachener Männerchors „Capella a Capella“ aus dem Effeff. Er ist überzeugt: „Durch das Singen lernt man Öcher Platt sowieso viel schneller.“ Das kann auch der neunjährige Jason Kocurek bestätigen, der bereits im vergangenen Jahr Teil der „Kenger vajjen Beverau“ war. Dass er als Karnevalsjeck dieses Jahr wieder mit dabei ist, ist für ihn Ehrensache: „Ich finde es schön, dass wir anderen Menschen mit unseren Auftritten Freude bereiten.“

Das ist auch für seinen Freund Leon Zeevaert (10) Ansporn genug: „Karneval bedeutet, Spaß zu haben. Besonders schön ist es, wenn wir älteren Leuten ein Lachen ins Gesicht zaubern können.“ Die „Kenger vajjen Beverau“ tragen ihr Herz aber nicht nur auf der Zunge, bei ihnen schlägt es auch eindeutig am rechten Fleck. Die kleinen Sänger verzichten auf ihre Gagen, die komplett an den Nele-und-Hanns-Bittmann-Verein gehen, ein Hilfsfond, mit dem in Not geratene Kinder in der Region Aachen unterstützt werden. „Die Kinder lernen so, dass sie durch ihr Engagement Gutes bewirken können. Das motiviert sie noch mehr“, erklärt Wüller.

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